Weihnachtsansprache von Großherzog Henri: Die Zukunft als Chance sehen
Politik 124.12.2016

Weihnachtsansprache von Großherzog Henri: Die Zukunft als Chance sehen

Teddy Jaans
Teddy Jaans

Der Staatschef geht auf Umwälzungen, Bedrohungen und Ängste der Menschen in unruhigen Zeiten ein. Als Chance wertet er das besonnene Wesen der Luxemburger und die Art und Weise, wie das Land sich neu ausrichten will. (Mit Videoaufzeichnung)

(TJ) - Am Anfang seiner Weihnachtsansprache spricht Großherzog Henri einige Errungenschaften an, die in seinen Augen beruhigend sind und Hoffnung machen: Eine stetig steigende Lebenswerwartung, der globale Rückgang der Armut und das internationale Bekenntnis zum Klimaschutz.

Der Staatschef ist sich aber auch der seit 2008 stetig wachsenden Unsicherheitsgefühle in der Bevölkerung bewusst.

Die Bankenkrise, Unruhen im europäischen Wirtschaftsgefüge und die Furcht vor sozialem Abstieg lägen vielen Menschen wie ein Stein im Magen. Hinzu gesellen sich Dramen wie das der hunderttausende Flüchtlinge oder der Krieg um Aleppo, so Großherzog Henri, der sich nicht wundert, dass mehr und mehr Menschen sich Fragen über Identität und Traditionen stellen.

"Keine Lösung"

Der Großherzog warnt vor einseitigem und klischeehaften Denken. Weder der Weg zurück in die Vergangenheit, noch der Ruf nach der Wiedereinführung von Grenzen seien probate Mittel, die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Solche Überlegungen seien lediglich dazu angetan, Gesellschaften zu spalten.

D'Angscht däerf keng Plaz hunn am politeschen Handelen.

In diesem Sinn streicht der Staatschef die Besonnenheit hervor, mit der der politische Dialog in Luxemburg gepflegt wird. Es scheine, als ob "eist lëtzebuergescht Temperament äis virun exzessiven Haltunge géif schützen". Daher erwartet und erhofft er sich im Vorfeld der kommenden Wahlen in Luxemburg die nötige Mäßigung in den Debatten.

Chance statt Bedrohung

Im Rahmen der Flüchtlingskrise und mit der Art und Weise, wie hierzulande vertriebenen Menschen ein neues Zuhause angeboten wurde, habe das Land gezeigt, dass seine Bürger Herausforderungen mit der richtigen Grundeinstellung anpacken.

Besonders positiv bewertet der Großherzog die Debatten um die Zukunft des Landes, so wie sie während der vergangenen Monate geführt wurden. Nicht nur der Regierung, sondern allen Beteiligten Akteuren dieser Diskussionen gebührt sein Dank.

Ab dem Zeitpunkt, wo Luxemburg und seine Entscheidungsträger den Rahmen für seine künftige Ausrichtung selber abstecken, haben sie einen wirksamen Weg gefunden, den Bürgern Ängste zu nehmen, so der Großherzog. Dann werde die Zukunft von einer Bedrohung zu einer Chance.

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