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Wahlanalyse der ADR: Schuld sind die Anderen
Politik 2 Min. 23.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Wahlanalyse der ADR: Schuld sind die Anderen

Die ADR war bei ihrer Wahlanalyse mit sich im Reinen.

Wahlanalyse der ADR: Schuld sind die Anderen

Die ADR war bei ihrer Wahlanalyse mit sich im Reinen.
Foto: Jonathan Ponchon
Politik 2 Min. 23.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Wahlanalyse der ADR: Schuld sind die Anderen

Jonathan PONCHON
Jonathan PONCHON
"Die Wähler haben uns die Stimmen gegeben, doch das System hat uns den Sitz verwehrt", beklagte sich ADR-Spitzenkandidat Gast Gibéryen. Er meint damit den knapp verpassten Einzug Roby Mehlens in die Chamber.

Die Wahlen sind gelaufen. Nun gilt es, Bilanz zu ziehen. Und in diesem Zusammenhang wiederholte Roby Mehlen sein Versprechen, zur Not auch bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen, um gegen die ungleiche Stimmenverteilung zu klagen. "Mir tut das Ergebnis weh, denn ich stehe wegen des Systems als Verlierer da." Dadurch verpasste die Reformpartei fünf Sitze und schrammte so um einen Sitz am Fraktionsstatus vorbei.

Die ADR ist mit sich im Reinen

Im Allgemeinen sei die Partei zufrieden, erklärte Präsident Jean Schoos. Er hob hervor, dass die ADR in jedem Bezirk zugelegt hat, und dass sie mit Jeff Engelen im Norden den verloren gegangenen Sitz zurückerobert habe. Die Reformpartei errang landesweit 6,64 Prozent der Stimmen, was einem Plus von 1,64 Prozent entspricht. Mit der Wachstumsdebatte, der Mobilitätspolitik, dem Elterngeld und dem Hervorheben der luxemburgischen Sprache habe die ADR auf die richtigen Themen gesetzt.


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ADR: Gemischte Gefühle
Die ADR konnte bei den Wahlen einen Sitz dazugewinnen. Ihr Wahlziel hat sie aber verfehlt. Ihre ganz gezielt auf die Identitäts- und Sprachendebatte ausgelegte Wahlkampagne hat nur bedingt gegriffen.

Kritik an politischen Konkurrenten

Jean Schoos bedauerte, dass das Verhalten der CSV den beiden Parteien geschadet hat: "Ich verstehe nicht, warum die CSV von vornherein eine Koalition mit uns ausgeschlossen hat und sich nun darüber beschwert, dass die Gambia-Parteien nicht mit ihr über eine Koalition verhandeln wollen." Dadurch, dass die CSV eine Koalition mit der ADR ausgeschlossen hatte, sei es zu einer Wählerwanderung zugunsten anderer Parteien gekommen - unter anderem auch der Piraten.

Die Piraten sind eine Protestpartei."

Der Wähler werde sich gedacht haben, wenn es keine Alternative gibt, er dann wenigstens für eine reine Protestpartei wähle, vermutete Schoos. Ferner bezichtigte er die Piraten des Populismus, weil sie wenige Wochen vor den Wahlen plötzlich mit der luxemburgischen Sprache Politik gemacht hätten und eigentlich ihre Inhalte von anderen Parteien abgeschrieben hätten. "Für mich ist das eine Protestpartei, weil sie alles mitnehmen, was irgendwie geht, nur um Stimmen zu bekommen", konstatierte der ADR-Parteipräsident.

Harsche Medienkritik

Jean Schoos beschwerte sich auch über den Umgang der Medien mit seiner Partei. "Ich hatte fast den Eindruck, wir essen kleine Kinder", bemerkte er, wobei er einschränkte, nicht übertreiben zu wollen. Man habe den Eindruck erhalten, dass die ADR sich freue, dass eine gewisse Partei in Deutschland derzeit so erfolgreich sei. Schoos bezog sich dabei auf die AfD, wobei er unterstrich, dass die ADR nie etwas mit dieser Partei zu tun hatte. Auffällig sei, dass viele Kommentare und Carte blanches in der letzten Wahlkampfwoche sich die Aufgabe gesetzt hatten, auf die ADR einzuschlagen. Diese Medienvertreter seien der ADR nicht gerecht geworden.




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IPO , ADR , Neujahrempfang , Centre Societaire , Cents  , Ansprache Jean Schoos , Praesident Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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