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Voll ins Schwarze getroffen
Politik 2 Min. 27.02.2018

Voll ins Schwarze getroffen

Drei Mal mehr Väter nahmen 2017 den Elternurlaub als noch 2016.

Voll ins Schwarze getroffen

Drei Mal mehr Väter nahmen 2017 den Elternurlaub als noch 2016.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 27.02.2018

Voll ins Schwarze getroffen

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Man braucht nicht noch mehr Modelle für den Elternurlaub. Das Angebot - sechs Monate Vollzeit, zwölf halbtags oder fraktionieren - reicht. Nachdenken müsste man über weitere Arbeitszeitmodelle nach dem Elternurlaub, so die erste Bilanz.

Mit außergewöhnlich guten Zahlen konnte Familienministerin Corinne Cahen aufwarten, als sie am Dienstag die erste Bilanz mit Umfragewerten zum neuen Elternurlaub vorstellte: Im Vergleich zum Jahr 2016 nahmen 18,4 Prozent mehr Frauen und ein Plus von sage und schreibe 190,4 Prozent Männer im Jahr 2017 den neuen Elternurlaub in Anspruch. Ein direkter Vergleich der beiden Monate Dezember 2016 und Dezember 2017 zeigt es noch deutlicher: Die Zahl der Frauen mit Kinderauszeit stieg von 3.282 auf 4.577, die der Männer  von 1.079 auf 3.674 - insgesamt sind es 89,2 Prozent mehr Personen, die sich für das Kind Urlaub nahmen.

War das Verhältnis zwischen Frauen und Männern im Elternurlaub im Dezember 2016 noch bei einem Viertel Männer zu drei Viertel Frauen, lag es genau ein Jahr später schon fast gleichauf. Der Renner bleibt bei den Frauen der sechsmonatige erste Elternurlaub direkt im Anschluss an die Mutterschaft. 92,5 Prozent nahmen 2017 diese Form in Anspruch, 7,5 Prozent waren es bei den Vätern. Sie stürzen sich eher auf den zweiten Elternurlaub, der in verschiedenen Formen bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes genommen werden kann: Hier sind 86,6 Prozent Männer und  13,4 Prozent Frauen.

92 Prozent bekamen vom Arbeitgeber den Elternurlaub, den sie sich wünschten

"Es ist ein enormer Erfolg und der Beweis, dass wir das Richtige gemacht haben - das, was die Leute wollen", sagte Cahen. Noch deutlicher spiegelt sich die hohe Zufriedenheit in der Umfrage wider, die von TNS/Ilres bei 1.822 Personen, die den Elternurlaub nahmen, durchgeführt wurde. Nicht nur die Zufriedenheit lag bei 99 Prozent, dieselbe Zahl würde den Elternurlaub auch weiter empfehlen. 85 Prozent zeigten sich extrem bis sehr zufrieden. Auch die Arbeitgeber spielen mit, denn 92 Prozent der Eltern bekamen den Urlaub so zugestanden, wie sie ihn sich auch gewünscht haben.

"Die Reform wird auch hier sehr gut aufgenommen", sagte Cahen. "Es spiegelt sich wider, dass wir die Reform im Konsens mit den Arbeitgebern und den Gewerkschaften ausgehandelt haben." Für sie war die Reform nur der Anfang. "Es braucht nicht noch weitere Modelle für den Elternurlaub, wir müssen aber weiter daran arbeiten, dass Eltern auch nach dem Elternurlaub mehr Zeit für die Kinder haben." Sie verwies darauf, dass der gerade von den Vätern der fraktionierte Elternurlaub von einem Tag pro Woche gerne genommen wurde. "80 Prozent arbeiten, sprich drei Tage pro Woche frei und vier Tage Beruf ist sehr gewünscht. Wir brauchen hier neue Modelle."

Keine massiven Unterschiede zwischen Privatsektor und öffentlichem Dienst

Es zeigen sich im Übrigen keine massiven Unterschiede zwischen dem öffentlichen und dem Privatsektor, was den sechsmonatigen Urlaub anbelangt, die Variante von einem freien Tag pro Woche wurde im privaten Sektor leicht mehr in Anspruch genommen und die von Teil eher im öffentlichen Dienst. Wählen können Eltern ja nun zwischen vier oder sechs Monaten in Vollzeit, acht oder zwölf Monaten in Teilzeit, einem Tag Elternzeit pro Woche und das während 20 Monaten sowie vier einzelnen Monaten Elternzeit innerhalb von 20 Monaten.

Der Erfolg hat aber auch seinen Preis: Standen 2016 74,3 Millionen Euro im Budget, waren es 2017 schon 108 Millionen und in diesem Jahr sind 165 Millionen Euro vorgesehen.


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