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Vier Monate Elternurlaub mit mehr Geld
Politik 02.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Familienministerin will Zeiten flexibler gestalten

Vier Monate Elternurlaub mit mehr Geld

Junge Mütter bekommen bald vier Wochen Stillzeit angerechnet - ein ärztliches Attest brauchen sie nicht mehr.
Familienministerin will Zeiten flexibler gestalten

Vier Monate Elternurlaub mit mehr Geld

Junge Mütter bekommen bald vier Wochen Stillzeit angerechnet - ein ärztliches Attest brauchen sie nicht mehr.
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Politik 02.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Familienministerin will Zeiten flexibler gestalten

Vier Monate Elternurlaub mit mehr Geld

Familienministerin Corinne Cahen will künftig beim Elternurlaub drei statt bisher zwei Modelle zur Auswahl stellen. Mütter müssen zur Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs zudem künftig kein Stillattest mehr vorlegen.

(vb) - Junge Familien und werdende Eltern wünschen sich flexiblere Zeiten und mehr Geld im Elternurlaub. Familienministerin Corinne Cahen will künftig drei verschiedene Modelle zur Auswahl stellen.

Bisher ist der Elternurlaub auf sechs Monate festgesetzt, die staatliche Leistung liegt leicht unterhalb des Mindestlohnes. Besonders für gut verdienende Eltern ist die geringe Höhe ein Grund, den Elternurlaub nicht zu nehmen und möglichst bald wieder in Vollzeit zu arbeiten. 44 Prozent der Familien und jungen Eltern sagten in einer TNS-Ilres-Umfrage, sie hätten den Elternurlaub aus finanziellen Gründen nicht genommen.

Familienministerin Corinne Cahen (DP) will die Entschädigung auf Höhe des Mindestlohnes (1922 Euro) anheben und den Congé parental für die Paare flexibler gestalten. Neben dem jetzt gültigen Modell soll ein kürzerer Elternurlaub von vier Monaten mit einer höheren monatlichen Hilfe (2880 Euro) zur Auswahl stehen. Die ausgezahlte Summe ist bei beiden Modellen gleich. Als drittes Modell steht wie bisher auch ein Modell zur Wahl, bei dem ein Elternteil ein Jahr lang die Arbeitszeit um die Hälfte reduziert. Allerdings muss bei Modell 3 der Arbeitgeber zustimmen, während der Arbeitnehmer ein Recht auf eines der ersten beiden Modelle hat.

Am Dienstag wird Ministerin Cahen ihre Pläne mit dem Arbeitgeberverband UEL und anderen Verbänden besprechen.

Eine weitere Änderung ist geplant: Mütter sollen für vier Wochen Stillzeit von der Arbeit freigestellt werden - egal, ob sie ihr Baby tatsächlich stillen oder nicht. Die bisherige ärztliche Attestpflicht fällt weg. Bisher wurde eine vierwöchige Verlängerung des nachgeburtlichen, achtwöchigen Mutterschaftsurlaubs nur bewilligt, wenn ein Arzt schriftlich bescheinigte, dass die Mutter in den ersten vier Wochen nach der Geburt stillte.


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