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Vielversprechendes Projekt des LTE: Orientierung darf keine Fatalität sein
Politik 2 Min. 14.06.2016

Vielversprechendes Projekt des LTE: Orientierung darf keine Fatalität sein

Im Luxemburger Sekundarschulsystem fehlt es an Übergangsmöglichkeiten zwischen dem EST und dem ES sowie dem Préparatoire und dem EST.

Vielversprechendes Projekt des LTE: Orientierung darf keine Fatalität sein

Im Luxemburger Sekundarschulsystem fehlt es an Übergangsmöglichkeiten zwischen dem EST und dem ES sowie dem Préparatoire und dem EST.
Foto: Gerry Huberty
Politik 2 Min. 14.06.2016

Vielversprechendes Projekt des LTE: Orientierung darf keine Fatalität sein

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Wenn Grundschüler ins Secondaire orientiert werden, wirkt dieser Schritt unwiderruflich. Das muss nicht sein. Im Escher Lycée technique (LTE) werden EST-Schüler, die das Potenzial zum ES haben, gezielt gefördert und nach der 7e umorientiert.

(mig) - Schüler besser und ihren Fähigkeiten entsprechend zu orientieren, das ist das Ziel der neuen Orientierungsprozedur, die Bildungsminister Claude Meisch am Dienstag vorgestellt hat. Neu an der Prozedur ist die intensive Einbindung der Eltern ab dem Zyklus 4.1 (5.Klasse). "Die Eltern sind ein wichtiger Partner im schulischen Prozess, man kann sie bei der Orientierung ihrer Kinder nach der Grundschule nicht ausschließen", sagte Meisch im Rahmen einer Pressekonferenz über die neue Prozedur und ein Förderprojekt des Escher Lycée technique.

Höhere Akzeptanz bei den Eltern

Von der neuen Prozedur, die bereits ab dem Zyklus 4.1 beginnt, verspricht der Minister sich größere Akzeptanz der Orientierungsentscheidung, weil sie sich im Laufe eines Gesprächsprozesses entwickelt. Heute sind rund 85 Prozent der Eltern mit der Orientierung ihrer Schüler einverstanden. Diesen Prozentsatz will Meisch dank der neuen Prozedur noch erhöhen.

Vielversprechend klingt auch das Projekt des LTE, bei dem Schüler, die ins Régime technique (EST) orientiert wurden, aber das Potenzial zum Secondaire classique (ES) haben, gezielt gefördert und nach einem Jahr intensiver Betreuung auf eine 6e ES orientiert werden.

13 Schüler umorientiert

Vergangenes Jahr wurden rund 40 7e-Schüler detektiert, die für einen Sprung ins ES in Frage kamen. 20 von ihnen wurden auf eigenen Wunsch im dritten Trimester in so genannten Vorbereitungskursen (Deutsch, Französisch oder Mathematik) fit gemacht. 13 von ihnen haben sich am Ende dazu entschlossen, ins ES zu wechseln, wo sie weiter intensiv betreut werden.

Doch nicht alle wollen den Schritt tun. Manche entscheiden sich am Ende des Schuljahres dennoch im EST zu bleiben. Doch auch ein Jahr später haben sie die Möglichkeit, einen neuen Versuch zu wagen.

Die Schule lädt die Eltern zu Gesprächen ein, wo ihnen die Chancen und die Risiken erklärt werden. "In den Gesprächen gewinnen wir wichtige Informationen über die Schüler, über die nur die Eltern verfügen und die von hoher Relevanz für die Entscheidung sind", so Patrick Straus.

Flächendeckende Umsetzung

Meisch schwebt eine flächendeckende Umsetzung dieses Projekts vor. Dazu will er den Schulen, die bereit sind, diesen Weg einzuschlagen, die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen. Eine ähnliche Vorgehensweise soll es auch vom Préparatoire ins EST geben. "Auch da sind leichtere Übergänge dringend notwendig", so Meisch.

Der Minister stellte klar, dass dieses Projekt die Orientierungsentscheidung in keiner Weise in Frage stelle. Vielmehr gehe es darum, die Endgültigkeit der Entscheidung aufzubrechen und Schülern, die sich gut entwickeln, neue Chancen zu geben.


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