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Vernetzte Patientendaten ab 2015
Politik 2 Min. 15.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Elektronische Gesundheitsakte

Vernetzte Patientendaten ab 2015

Der Patient soll entscheiden können, wem er Zugang zu seinen Gesundheitsdaten gewähren will.
Elektronische Gesundheitsakte

Vernetzte Patientendaten ab 2015

Der Patient soll entscheiden können, wem er Zugang zu seinen Gesundheitsdaten gewähren will.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 15.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Elektronische Gesundheitsakte

Vernetzte Patientendaten ab 2015

Die elektronische Patientenakte verspricht eine bessere medizinische Versorgung. Per Knopfdruck können sich Ärzte einen Überblick über die Krankengeschichte eines Patienten verschaffen. Die Agentur eSanté will Anfang 2015 ein Pilotprojekt starten.

(BB) - Die Datenbank mit persönlichen Gesundheitsangaben soll das ermöglichen, was mit den üblichen Patientenakten auf Papier nur begrenzt gelingen konnte: Eine bessere Informationssammlung zur effizienten Behandlung der Patienten. Papier ist einmalig und seine Vervielfältigung aufwendig. Bei einem Notfall kann ein schneller Zugang lebensentscheidend sein.

„Fakt ist, dass die Patienten heute schon von mehreren Ärzten betreut werden. Sie haben einen Hausarzt und begeben sich je nach Befund zu einem oder mehreren Spezialisten, sie werden in der Arztpraxis und in den Krankenhäusern betreut. Ziel der elektronischen Akte ist es also, den Patienten und medizinischen Fachleuten den bestmöglichen Datenaustausch in einem reglementieren Rahmen zu gewähren“, erklärt der Generaldirektor der nationalen Agentur eSanté, Hervé Barge. Vorgesehen ist, dass die Patientenakte mittelfristig die gesamte Krankengeschichte erfasst, und das mit allen Diagnosen, Behandlungen und Röntgenbildern -  von der Geburt bis zum Ableben.

Vorteile und Zugriffsregeln

Das System wird so eingerichtet, dass die Gesundheitsinformationen je nach Fachbereich und Kompetenzen der Gesundheitsakteure einsehbar sind. Eine Krankenschwester soll z.B lediglich auf Informationen zurückgreifen können, die mit ihrem Aufgabenbereich übereinstimmen.

„Der Patient wird entscheiden können, wem er welche Daten anvertraut. Will jemand nicht, dass ein fremder Arzt oder ein Mediziner, den er privat zu gut kennt, auf seine Daten zugreifen kann, wird der Anwendungsbereich entsprechend definiert“, so der Koordinator aus dem Gesundheitsministerium, Mike Schwebag. Präzise Zugriffsregelungen sollen die Missbrauchsrisiken möglichst eindämmen.

Einen zu eng definierten Benutzerkreis würden die Fachleute aber nicht empfehlen. "In einer Notsituation, in der Sie nicht mehr bei Bewusstsein sind, könnte der Notarzt nicht auf ihre Patientengeschichte zurückgreifen“, gibt Hervé Barge zu bedenken. Dass die Infos per Knopfdruck Leben retten könne, ist eins der Hauptargumente der Befürworter des Systems.

Pilotprojekt: An alle interessierten und chronisch kranken Patienten

Nicht zu unterschätzen sind die Voraussetzungen in Sachen Datenschutz. Hierfür will die Agentur eSanté eng mit der Datenschutzkommission zusammengearbeitet haben.

Ab Januar oder Februar 2015 sollen nun die ersten Patienten in einem Pilotprojekt von der elektronischen Akte Gebrauch machen. Das Angebot richtet sich zuerst an interessierte Personen und insbesondere jene, die von einem Referenzarzt begleitet werden. So könnten sich Personen melden, die z. B. chronische Beschwerden aufweisen und die stärker der Gefahr von Doppelbehandlungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten ausgesetzt sind.

Die neue Gesundheitsakte ist nicht verpflichtend. Zunächst soll es auch keine direkte Verbindung zwischen den Patientendaten und Forschungszwecken geben.


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