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Verhältnis von Kirche und Staat: Trennung auf Raten
Politik 26.01.2015

Verhältnis von Kirche und Staat: Trennung auf Raten

Das Abkommen wurde am Montag im Staatsministerium unterschrieben.

Verhältnis von Kirche und Staat: Trennung auf Raten

Das Abkommen wurde am Montag im Staatsministerium unterschrieben.
Kerstin SMIRR
Politik 26.01.2015

Verhältnis von Kirche und Staat: Trennung auf Raten

Am Montagmittag wurde im Staatsministerium das Abkommen unterzeichnet, auf das sich die Regierung und die Glaubensgemeinschaften vorige Woche geeinigt haben.

(ml) - Vor rund einer Woche erzielten die Regierung und die Glaubensgemeinschaften eine mündliche Einigung über ihre künftige Beziehungen. Die Vereinbarung wurde am Montagmittag um zwölf Uhr im Staatsministerium unterschrieben.

Premierminister Xavier Bettel, Bildungsminister Claude Meisch und Innenminister Dan Kersch unterschrieben stellvertretend für die Regierung das Dokument. Auch die Vertreter der verschiedenen Glaubensgemeinschaften waren bei der Zeremonie anwesend.

Bereits vergangene Woche hatte das Parlament grünes Licht für das Abkommen geben. "Wir haben ein Stück Geschichte geschrieben," kommentierte Bettel. Den Mehrheitsparteien ist es in der Tat gelungen mit der CSV in der Verfassungsfrage einen Kompromiss zu erzielen. Somit steht fest,  dass die Referendumsfrage zur Finanzierung der Glaubensgemeinschaften am 7. Juni nicht stattfinden wird. "Die Einigung wird der katholischen Kirche wehtun," sagte vorige Woche Erzbischof Jean-Claude Hollerich. Die Kirche werde ärmer werden. Doch dies würde ihr nicht schaden.

Premierminister Xavier Bettel, Bildungsminister Claude Meisch und Innenminister Dan Kersch mit den Vertretern der verschiedenen Glaubensgemeinschaften.
Premierminister Xavier Bettel, Bildungsminister Claude Meisch und Innenminister Dan Kersch mit den Vertretern der verschiedenen Glaubensgemeinschaften.
Kerstin SMIRR

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