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"Vergleiche mit der Nazizeit sind ungeheuerlich"
Politik 07.12.2021
Ausschreitungen am Wochenende

"Vergleiche mit der Nazizeit sind ungeheuerlich"

Die Corona-Gegner stürmten am Samstag den hauptstädtischen Weihnachtsmarkt.
Ausschreitungen am Wochenende

"Vergleiche mit der Nazizeit sind ungeheuerlich"

Die Corona-Gegner stürmten am Samstag den hauptstädtischen Weihnachtsmarkt.
Foto: Elena Arens
Politik 07.12.2021
Ausschreitungen am Wochenende

"Vergleiche mit der Nazizeit sind ungeheuerlich"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Das "Musée national de la Résistance et des Droits humains" bezeichnet die Nazivergleiche, die Corona-Gegner am Wochenende mit der Corona-Politik gezogen haben, als inakzeptabel.

Das „Musée national de la Résistance et des Droits Humains“ (MNR) ist empört über die Ausschreitungen vom Wochenende und richtet sich am Dienstag in einem offenen Brief direkt an die Demonstranten, die am Wochenende gegen die Corona-Politik protestiert haben. „Ihr habt das Recht, Eurem Widerstand gegen die Corona-Regeln, die die Regierung einführt, Ausdruck zu verleihen. Ihr habt das Recht zu sprechen, zu schreiben, zu demonstrieren und die Regeln vor Gericht anzufechten“, so das MNR. Klar aber sei auch, „dass der Spielraum für Opposition und Widerstand gesetzlich geregelt ist“. Vandalismus, Bedrohung und Gewalt seien nicht zulässig.


Die Hintergründe zum Corona-Protest
Nach den Ausschreitungen am Samstag ermittelt die Polizei. Zumindest ein Teil der Demo-Initiatoren sind wohl Referendums-Aktivisten.

Zu behaupten, Luxemburg sei eine Diktatur, sei schlicht und ergreifend falsch. „Wenn das der Fall wäre, würde Euer Widerstand nicht toleriert werden und Ihr wärt massenhaft verhaftet worden“, so das MNR.   

Der Vergleich der Corona-Politik mit den Verbrechen des Nationalsozialismus sei entweder auf einen flagranten Mangel an historischen Kenntnissen zurückzuführen, viel wahrscheinlicher aber auf eine bewusste Verfälschung und Instrumentalisierung der Geschichte. „Es ist inakzeptabel, sich als Opfer zu verkaufen, nachdem man sich das Recht genommen hat, andere Menschen einzuschüchtern, Minister zu bedrohen, den Weihnachtsmarkt zu stürmen und sich vor dem Monument der ,Gëlle Fra' zu produzieren“, so das MNR. 

Vergleiche mit der Nazizeit seien ungeheuerlich gegenüber den vielen Opfern des NS-Regimes. „Ihr seid nicht Opfer eines verbrecherischen Regimes“, schreibt das MNR. „Ihr seid nicht das Volk. Ihr seid auch keine Minorität, Ihr habt eine Überzeugung, die minoritär ist.“ 

Den gelben „Judenstern“ in Zusammenhang mit der Corona-Politik zu benutzen und sich mit sechs Millionen Holocaust-Opfern gleichzusetzen sei unsäglich und scheußlich. Die Überzeugungsarbeit der Regierung und die Corona-Regeln mit der Vernichtung der Juden zu vergleichen sei nicht nur eine Verharmlosung eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, sondern Negationismus – „und der ist strafbar“. 

Das MNR appelliert an alle, die gegen die Impfung sind, sich gegen Auswüchse, wie sie am Wochenende stattgefunden haben, zu empören, solche Methoden nicht zu tolerieren und sich nicht instrumentalisieren zu lassen.  

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