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Unterstützung aus der Kulturszene
Politik 28.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Ausländerwahlrecht

Unterstützung aus der Kulturszene

Désirée Nosbusch gehört zu den Künstlern, die für das Ausländerwahlrecht eintreten.
Ausländerwahlrecht

Unterstützung aus der Kulturszene

Désirée Nosbusch gehört zu den Künstlern, die für das Ausländerwahlrecht eintreten.
Foto: Deal Productions
Politik 28.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Ausländerwahlrecht

Unterstützung aus der Kulturszene

Die luxemburgische Kulturszene meldet sich in der Referendumskampagne zu Wort. 50 Künstler treten für das Ausländerwahlrecht ein.

(ml) - 50 luxemburgische Künstler und weitere Akteure aus der Kulturszene haben sich mit einem Brief an die Presse gewandt. Vor dem Hintergrund des Referendums am 7. Juni sprechen sie sich für das Ausländerwahlrecht aus. Der Brief wurde unter anderem von Claude Frisoni, Robert Brandy, Frank Feitler, Fernand Fox, Robert Garcia, Jo Kox, Marc Limpach, Myriam Müller, Philippe Noesen, Désirée Nosbusch, Jemp Schuster und Jules Werner unterschrieben - um nur diese zu nennen. 

Luxemburg verfüge über einen hohen Ausländeranteil, heißt es in dem Brief.  Diese Menschen würden hierzulande Steuern zahlen, ihre Kinder erziehen, sich am kulturellen Leben beteiligen, und bei Kommunal- und Europawahlen ihre Stimme abgeben. Obwohl sie die Gesetze einhalten würden, dürften sie nicht an Parlamentswahlen teilnehmen, die aber letztendlich die Gesetze bestimmen.

Mit der Einführung des Ausländerwahlrechts würde man der heutigen Realität Rechnung tragen. Die Idee, dass das Wahlrecht ausschließlich an die Staatsbürgerschaft gekoppelt sein darf, sei konträr zu einer gelebten Demokratie und einer großzügigen Interpretation der Grundrechte, unterstreichen die Künstler.

Den ausländischen Einwohnern in Luxemburg das Wahlrecht bei nationalen Wahlen zuzugestehen, bedeute nicht, dass man den Luxemburgern etwas wegnehme. Des Weiteren würden Risse in der Gesellschaft verhindert werden. Den ausländischen Einwohnern das Recht zu geben, bei Parlamentswahlen an die Urnen zu treten, würde auch dazu beitragen, das Image Luxemburgs im Ausland zu verbessern, so dass "Luxemburg nicht immer nur mit negativen Klischees identifiziert wird, sondern als ein Land, das innovative Wege geht".


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Seit 46 Jahren wohne ich im Großherzogtum und bin immer noch „Ausländer“. Die Luxemburger Staatsbürgerschaft habe ich nie beantragt, obwohl ich ebenso gerne, wie ich hier lebe, auch hier begraben werden möchte.Am Wahlrecht für EU-Ausländer in meiner Gemeinde nehme ich regelmäßig teil, gehöre also zu der kleinen Minderheit von Ausländern, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.