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Unternehmen stärker in die Verantwortung nehmen
Politik 2 Min. 21.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Déi Lénk zur Steuerreform

Unternehmen stärker in die Verantwortung nehmen

David Wagner setzt bei der geplanten Steuerreform keine Hoffnung in die LSAP.
Déi Lénk zur Steuerreform

Unternehmen stärker in die Verantwortung nehmen

David Wagner setzt bei der geplanten Steuerreform keine Hoffnung in die LSAP.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 21.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Déi Lénk zur Steuerreform

Unternehmen stärker in die Verantwortung nehmen

Eine Reduzierung der indirekten Steuern und eine stärkere Besteuerung von Unternehmen, Kapitaleinkünften und hohen Einkommensgruppen - das sind die Prioritäten von "Déi Lénk" bei der geplanten Steuerreform.

(stb) - "Déi Lénk" hat am Mittwoch ihre Pläne zur geplanten Steuerreform präsentiert. Nach ihrer Ansicht muss sich die Steuerreform an vier Prioritäten orientieren: eine Reduzierung indirekter Steuern und eine stärkere Besteuerung von großen Unternehmen, Kapitaleinkünften und Haushalten mit einem höheren Einkommen.

Die Gründe für die verfehlte Steuerpolitik der letzten Jahrzehnte sieht "Déi Lénk" in ihrer neoliberalen Ausrichtung. Der Staat würde sich zu Gunsten des Privatkapitals zurückziehen. Sozialausgaben würden nur noch als Kostenfaktor angesehen.

Die Oppositionspartei befürchtet, dass vor allem die DP den Kurs der Steuerreform bestimmen wird. Von der LSAP und ihrer Führungsriege erwartet sich der Abgeordnete David Wagner keine Impulse in Richtung mehr soziale Gerechtigkeit.

Spitzensteuersatz von 48 Prozent

Die Erhöhung des Spitzensteuersatzes ist eine der Kernforderungen. Dieser soll nach den Vorstellungen von "Déi Lénk" auf 48 Prozent erhöht werden. Außerdem wird kritisiert, dass Einkommen bis zu 41 793 Euro mit 38 Prozent schon beinahe den Spitzensteuersatz bezahlen müssen. Dies liege auch daran, dass die Steuertabellen schon seit Jahren nicht an die Inflation angepasst wurden.

Besteuerung von großen Unternehmen

Die Betriebe sollen wieder stärker in die Verantwortung genommen werden. Diese würden in Luxemburg einen der niedrigsten Steuersätze innerhalb der Europäischen Union bezahlen. Kritisch sieht "Déi Lénk" außerdem die Pläne des Finanzministers, den nominalen Steuersatz von Unternehmen noch weiter zu senken.

Die Oppositionspartei bemängelt des Weiteren das Ungleichgewicht bei den direkten Steuern. Mittlerweile würden Haushalte 60 Prozente der direkten Steuern entrichten, während die Unternehmen nur 40 Prozent bezahlen würden. Dieses Ungleichgewicht habe sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter zuungunsten der Haushalte verschoben.

Reduzierung indirekter Steuern

Nach der Ansicht von "Déi Lénk" geht die in diesem Jahr in Kraft getretene TVA-Erhöhung vor allem zu Lasten von Geringverdienern. Bemängelt wird außerdem, dass indirekte Steuern ein zunehmend größeres Gewicht am Gesamtsteuereinkommen einnehmen. "Der Wegfall der Steuereinnahmen aus dem elektronischen Handel ist in erster Linie durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer kompensiert worden", so Guy Foetz, Gemeinderat in der Hauptstadt Luxemburg.

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