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Universität Luxemburg: Tatendrang und große Pläne
Politik 2 Min. 02.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Ausblick 2018

Universität Luxemburg: Tatendrang und große Pläne

Ausblick 2018

Universität Luxemburg: Tatendrang und große Pläne

Karikatur: Florin Balaban
Politik 2 Min. 02.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Ausblick 2018

Universität Luxemburg: Tatendrang und große Pläne

Das Jahr 2017 brachte für die gefeierte Universität Luxemburg viele Veränderungen mit sich. 2018 zelebriert die junge Hochschule nun ihren 15. Geburtstag – und das unter neuer Leitung.

(mij) - Ein Teenager in der Sturm-und-Drang-Phase, mit viel Energie und einem gigantischen Appetit auf Neues und Unbekanntes, bereit, die Welt zu erobern und Erfahrungen zu sammeln: Wenn die Universität Luxemburg ein Mensch wäre, befände sie sich wohl gerade in der Pubertät. 

Die Hochschule feiert in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag – und befindet sich noch mitten im Wachstum. Ein Ende ist vorerst nicht abzusehen, entscheidende Veränderungen prägen die Institution immer wieder aufs Neue. Los ging es damit bereits am 1. Januar: Ein neuer Rektor bezieht in diesen Tagen sein Büro.

Der belgo-kanadische Wirtschaftswissenschaftler Stéphane Pallage, der zuvor an der Université du Québec à Montréal beschäftigt war, trat zum Jahreswechsel die Nachfolge von Rainer Klump an, der im vergangenen Mai zurückgetreten ist. Der mehrsprachige Ökonom, der im belgischen Malmédy aufwuchs, will versuchen, zur weiteren Entwicklung der aufstrebenden Universität beizutragen.

Er sieht hier großes Entwicklungspotenzial. Eine verstärkte Abkapselung von der Regierung, wie sie von vielen Seiten gewünscht wird, wird es nur bedingt geben: Der Vierjahresplan 2018-2021, der noch nicht endgültig abgesegnet ist, sieht einen weiteren Zuwachs an staatlicher Finanzierung vor, was alle beteiligten Parteien freuen wird.

Auf internationalem Niveau behauptet sich die Universität Luxemburg bereits sehr gut: Hochschulrankings – darunter der elfte Platz im „Times Higher Education Ranking“ der jungen Universitäten unter 50 Jahren – und zahlreiche Preise, die die Wissenschaftler in den vergangenen zwölf Monaten einheimsen konnten, sprechen eine deutliche Sprache.

Man hofft in Belval sicher, dieses Niveau auch 2018 halten zu können. Und das trotz einiger finanzieller Einschnitte im vergangenen Jahr. Wobei man sich diesbezüglich gerne mit den Topuniversitäten der Welt vergleicht – und nicht mit den Nachbarhochschulen in Trier, Saarbrücken, Metz oder Lüttich, wo das Geld deutlich knapper ist.

Die Zukunftsaussichten der Universität Luxemburg sind insgesamt äußerst rosig, das Wachstum in Richtung Volluniversität schreitet ganz langsam voran. Bestes Beispiel hierfür ist der Bachelorstudiengang in Medizin, der momentan ausgearbeitet wird. Um die Entwicklung weiter voranzutreiben, stimmte der Aufsichtsrat erst kürzlich der Ausschreibung einer Professur in Biomedizin zu.

Dessen Inhaber oder Inhaberin wird zunächst maßgeblich für die Entwicklung des neuen Studiengangs verantwortlich sein. Dazu beitragen wird auch Professor Rudi Balling, Direktor des Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB), dessen Mandat bis zum Oktober 2021 verlängert wurde.

Die sechsjährige Grundausbildung von Medizinern wird jedoch nicht angestrebt – zumindest vorerst. Immerhin sind aber Spezialisierungsprogramme in Neurologie und Onkologie vorgesehen.

Was bei den Gesprächen und Diskussionen rund um die Budgetgestaltung und die zukünftige Medizinerausbildung im Land beinahe untergeht, sind die neuen Studiengänge, die in den vergangenen Monaten eingeführt wurden und das Universitätsangebot bereichert haben.

Dazu zählt neben einem Master in Architektur auch ein Master in Border Studies, also Grenzstudien, der die internationale und vielsprachige Ausrichtung der hiesigen Universität nochmals unterstreicht.


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