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Unbedingt solidarisch
Leitartikel Politik 2 Min. 15.03.2020

Unbedingt solidarisch

Unbedingt solidarisch

Foto: Guy Wolff
Leitartikel Politik 2 Min. 15.03.2020

Unbedingt solidarisch

Christophe LANGENBRINK
Christophe LANGENBRINK
Luxemburg im Ausnahmezustand: Ungewöhnliche Zeiten, die vor allem eins fordern, nämlich Solidarität.

Ein unsichtbarer Feind versetzt die Welt in Angst und Schrecken. Was man in Luxemburg bisher nur über Bildschirme aus weit entfernten Kriegsgebieten kennt, geschieht nun plötzlich bei uns. Staaten schließen Grenzen, die Versammlungsfreiheit wird zum Teil eingeschränkt. Unternehmen schicken ihre Arbeiter nach Hause. Kinos, Cafés, Bars und andere gesellige Versammlungsorte müssen eine Zwangspause einlegen. Menschen kaufen aus Ungewissheit Supermärkte leer und horten wie wild Lebensmittel, weil sie nicht wissen, was morgen noch alles kommt. Es sind nicht Bomben wie in Syrien oder Terrorattacken, die das gesellschaftliche Leben zum Erliegen bringen. Es ist ein kleines, fieses Virus. 


Politik, Corona-Virus, Pressekonferenz Xavier Bettel Paulette Lenert, , Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
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Es ist es, das Straßen und Plätze fast leer fegt, das den Abstand zwischen Menschen größer macht als sonst. Und haben gestern noch Freunde über die extremen Ausmaße der Corona-Krise gescherzt, so vergeht ihnen heute das Lachen. Der Freund, das Familienmitglied werden zu potenziellen Überträgern. Zwischenmenschliches ist auf ein Minimum reduziert. Auf Distanz geschieht das Miteinander. Das ist völlig neu, es ist außergewöhnlich, aber es ist bitter nötig. 

Denn Europa ist das Epizentrum der Virusausbreitung, und wie Gesundheitsministerin Paulette Lenert es treffend formuliert: „Luxemburg ist mittendrin“. Ein Entkommen war da ohnehin nicht möglich. Nur ein Eindämmen kann das Schlimmste verhindern. Die Zahl der Infizierten steigt, niemand kann sagen wie lange noch. Der sogenannte „Peak“ ist noch nicht erreicht. Was jetzt zählt, ist konsequentes Handeln. Die Ansteckungskette muss unterbrochen werden. Jeder Einzelne ist aufgerufen, diszipliniert zu handeln und die Vorsorgemaßnahmen zu beachten. Nicht allein für sich, sondern für all die anderen, die Hilfe benötigen. Denn jeder Einzelne zählt. Niemand sollte, durch unbedachtes Handeln, das Leben der Angehörigen unnötig in Gefahr bringen. Solidarisch im engen Familienkreis, aber auch solidarisch mit allen anderen, die jetzt anderen unter die Arme greifen. Die Krankenschwester, der Arzt, die ihre Patienten pflegen; der Bäcker, der weiter sein täglich Brot backt; die Kassiererin, der Einzelhändler, die im Supermarkt für den Warenbestand sorgen ... All die, die jetzt die Grundversorgung aufrechterhalten, müssen geschützt werden. Ja, es sind Zeiten, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Es sind Zeiten, die uns alle herausfordern. Aber es sind solche Momente, an denen wir als Mensch wachsen. Solche, in denen wir beweisen, dass in der Not der  Zusammenhalt zählt.


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Genau diese Ansätze sind schon zu beobachten, und viele tun dies ganz freiwillig im Familienkreis. Die Lëtzebuerger Scouten, die ihre Hilfsbereitschaft insbesondere für ältere und kranke Menschen erklärt haben. Restaurants, die anders als sonst Essen nach Hause liefern. Supermarktketten, die mehr denn je Waren ohne direkten Kontakt zum Abholen anbieten ... Weitere pfiffige Ideen werden folgen. Schließlich liegt es an uns allen, wie wir solche Krisen meistern. Von Panik daher keine Spur. In Krisenzeiten kann man sich doch auf Staat und Gesellschaft verlassen.


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