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Umverteilung lässt auch hierzulande auf sich warten
Politik 15 2 Min. 26.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Flüchtlingskrise

Umverteilung lässt auch hierzulande auf sich warten

Politik 15 2 Min. 26.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Flüchtlingskrise

Umverteilung lässt auch hierzulande auf sich warten

Kerstin SMIRR
Kerstin SMIRR
Pro Monat will die Regierung 30 Flüchtlinge, die sich in Italien und Griechenland befinden, aufnehmen. Doch ab wann? Dies kann selbst Außenminister Asselborn nicht beantworten. Er hofft auf die Hotspots in Griechenland.

(ks) - Die EU-weite Umverteilung von Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Eritrea, die sich auf italienischem oder griechischem Boden befinden, kommt nur schleppend in Gang. Auch in Luxemburg. Anfang November hatte das Großherzogtum 30 irakische und syrische Asylbewerber aufgenommen, die aus Griechenland ausgeflogen worden waren. Insgesamt sollen 557 Menschen innerhalb von zwei Jahren in Luxemburg eine neue Heimat finden. Doch seit November sind keine weiteren Asylbewerber mehr auf direktem Weg aus Italien und Griechenland angekommen.

In der folgenden Grafik ist zu sehen, wie weit die Umverteilung fortgeschritten ist:

Wann Luxemburg erneut Migranten empfangen wird, sei unklar, sagte Außenminister Jean Asselborn auf Anfrage des "Luxemburger Wort". "Wir haben der EU-Kommission mitgeteilt, dass wir bereit sind monatlich 30 Menschen aufzunehmen. Ich weiß nicht, wann dies anfangen wird. Das hängt nicht nur von uns ab."

Wichtig sei, dass die Flüchtlinge in Griechenland temporär aufgenommen würden, um ihnen in Ruhe zu erklären, welches Leben sie im Großherzogtum erwartet und "dass sie hier nicht weniger bekommen als in Deutschland oder Schweden", so der Minister. Derzeit würden die Menschen direkt in Richtung Westbalkanroute drängen.

Fortschritte sieht Jean Asselborn durch die Fertigstellung von vier der fünf geplanten Hotspots auf griechischen Ägäis-Inseln, in denen die Flüchtlinge registriert werden. Zudem bemüht sich das Land aktuell um weitere Aufnahmeeinrichtungen auf dem Festland.

Luxemburg wird sechs Beamte entsenden, die die Europäische Asylagentur EASO in den Hotspots unterstützen werden. Diese Mitarbeiter warteten darauf, angefordert zu werden, erklärte der Außenminister.

Eine Syrerin und ihre Kinder werden in einem Hotspot auf der griechischen Insel Chios registriert.
Eine Syrerin und ihre Kinder werden in einem Hotspot auf der griechischen Insel Chios registriert.
Foto: Reuters

In den kommenden Monaten wird Luxemburg 50 syrische Flüchtlinge aufnehmen, die sich in der Türkei befinden. Ein genaues Datum steht auch hier noch nicht fest. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hatte das Großherzogtum über die Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk Syrer, die sich in der Türkei und in Jordanien befanden, per Flugzeug nach Luxemburg bringen lassen.

"Wir sind in der Vorbereitung. Unsere Botschaft in Ankara arbeitet daran", sagte der Minister. Im Gegensatz zur EU-weiten Umverteilung läuft das Asylverfahren beim sogenannten "Resettlement" vorab. Die Betroffenen erhalten bei ihrer Ankunft den Status als anerkannte Flüchtlinge.

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