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Uhrenprozess: Bewährungsstrafe für Becca
Politik 04.03.2021

Uhrenprozess: Bewährungsstrafe für Becca

Der sogenannte Uhrenprozess gegen Flavio Becca wurde vor der 12. Strafkammer des hauptstädtischen Bezirksgerichts verhandelt.

Uhrenprozess: Bewährungsstrafe für Becca

Der sogenannte Uhrenprozess gegen Flavio Becca wurde vor der 12. Strafkammer des hauptstädtischen Bezirksgerichts verhandelt.
Foto: Chris Karaba
Politik 04.03.2021

Uhrenprozess: Bewährungsstrafe für Becca

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Der Bauunternehmer Flavio Becca ist am Donnerstag zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt worden. Die Haftstrafe wird dabei integral zur Bewährung ausgesetzt.

In Abwesenheit ist der Bauunternehmer Flavio Becca am Donnerstagmorgen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt worden. Im Prozess ging es um den Erwerb von 842 Luxusuhren im Wert von rund 18 Millionen Euro durch mehrere von Beccas Unternehmen. 540 Zeitmesser werden konfisziert. Für jede Uhr, die nicht konfisziert werden kann, wurde eine Art Kaution von 20.000 Euro festgelegt. Außerdem muss Becca für die Kosten seiner strafrechtlichen Verfolgung in Höhe von knapp 1.900 Euro aufkommen.

Die detaillierte Begründung der Richter liegt noch nicht vor. Im Raum stehen der Vorwurf der Veruntreuung von Firmengeldern sowie der Verdacht der Geldwäsche. 

Zivilklage abgewiesen

Die Staatsanwaltschaft hatte 42 Monate Haft, eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro sowie die Konfiszierung von 324 Uhren gefordert. Dass nicht alle Uhren konfisziert werden, liegt daran, dass ein Teil davon nicht Becca persönlich, sondern seiner Firma Promobe Finance SPF gehört.

Die Forderung der Zivilpartei Ikodomos, einer Firma von Beccas früherem Geschäftspartner Eric Lux, nach moralischem Schadensersatz in Höhe von 1.000 Euro wies das Gericht unterdessen ab.

Firma in Hong Kong als Bad Bank?


Lok , PK Flavio Becca und Michel Knepper , Ban de Gasperich , Quartier Cloche d`Or , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
Uhrenprozess: 42 Monate Haft für Becca gefordert
Die Staatsanwaltschaft fordert neben einer Gefängnisstrafe von 42 Monaten, mit möglicher Bewährung, eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro und die Konfiszierung von 324 Luxusuhren.

Der Prozess hatte sich im Januar über sechs Verhandlungstage erstreckt und Einblicke in das komplexe Firmengeflecht des 58-jährigen Baupromotors gewährt. Dabei stand vor allem ein Ableger der Promobe Finance in Hongkong im Fokus. Es steht der Verdacht im Raum, dass diese nur gegründet wurde, um die Schulden der anderen Becca-Unternehmen aufzunehmen.

Die Anwälte von Flavio Becca wollten sich nach der Sitzung nicht äußern. Am Nachmittag war es dann die Ankündigung, dass sie Einspruch einlegen werden.

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Palais de Justice , Flavio Becca und sein Rechsbeistand , Cite Judiciaire , Prozess wegen Luxusuhren , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort