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Opposition fordert unabhängige Studie zur Katastrophenwarnung
Politik 28.07.2021
Überschwemmungskatastrophe

Opposition fordert unabhängige Studie zur Katastrophenwarnung

Zahlreiche Häuser standen unter Wasser.
Überschwemmungskatastrophe

Opposition fordert unabhängige Studie zur Katastrophenwarnung

Zahlreiche Häuser standen unter Wasser.
Foto: Anouk Antony
Politik 28.07.2021
Überschwemmungskatastrophe

Opposition fordert unabhängige Studie zur Katastrophenwarnung

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Um künftig Mängel am Informationsfluss bei Katastrophenwarnungen zu vermeiden, sollen die Vorgänge im Vorfeld des 14. Juli analysiert werden.

Der Starkregen traf das Land am 14. Juli mit voller Wucht und die Warnungen kamen für viele Bürger in bestimmten Regionen zu spät, um noch rechtzeitig ihr Hab und Gut zu schützen und vor den Überschwemmungen in Sicherheit zu bringen. In einem offenen Brief an Parlamentspräsident Fernand Etgen (DP) fordern die vier Oppositionsparteien CSV, ADR, Déi Lénk und Piraten nun eine unabhängige, externe Studie der Alarmkommunikation.


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Denn um 17 Uhr wurde Alarm geschlagen und die Regierung bekräftigt, die Situation gut bewältigt zu haben und die Bürger in angemessener Frist informiert zu haben. Die offiziellen Warnungen haben die Bevölkerung offensichtlich nicht rechtzeitig erreicht, schreibt die Opposition.

Erste Warnungen fünf Tage zuvor

Dabei habe das europäische Alarmsystem für Überschwemmungen aber laut Expertenmeinung in Presseartikeln schon am 9. Juli, also fünf Tage vor den Ereignissen, Warnungen ausgesprochen. Warnungen vor der „teuersten Katastrophe in der Geschichte der luxemburgischen Versicherungen“, wie die Association des Compagnies d’Assurances (ACA) meint. 

Um ein effizientes, umfassendes Alarmsystem aufzubauen, das künftig vor solchen Naturkatastrophen warnt soll das Parlament nun eine Analyse und Evaluation des Kommunikationsflusses ab den ersten Risikoindikatoren eines starken Unwetters und während der Überschwemmungen in Auftrag geben. 

Chronologie und Informationsfluss

Die Gründe und Ursachen eventueller Mängel und wie sie behoben werden können sollen beleuchtet werden, insbesondere: die Informationsquellen der Regierung sowie die Chronologie und der Informationsfluss zwischen diesen Quellen und der Regierung, zwischen der Regierung und den Medien, zwischen der Regierung und der Bevölkerung und zwischen der Regierung und den Rettungsdiensten. 


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Auch die Chronologie des Aufgebots an Mitteln bei den Rettungsdiensten, um den Bürgern zur Hilfe zu kommen, soll untersucht werden, genau wie das Versagen des Systems „GouvAlert“ während der Überschwemmungen. Die vier Parteien wollen auch wissen, wie die Entwicklung des Systems „Cell Broadcast System“ voranschreitet, das die Innenministerin am 27. Juli ankündigte und seine Rolle bezüglich der App „GouvAlert“.

Erst im vergangenen Jahr wurden die finanziellen Mittel der Chamber stark aufgestockt. Nicht zuletzt, damit genau solche, von der Regierung und den Behörden unabhängigen Studien durchgeführt werden können zur Unterstützung der Kernarbeit der Abgeordneten, nämlich die Regierung zu kontrollieren.     

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