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Überraschung im Staatsrat
Politik 08.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Überraschung im Staatsrat

Martine Lamesch ist Rechtsanwältin und ehemalige Richterin am Verwaltungsgericht.

Überraschung im Staatsrat

Martine Lamesch ist Rechtsanwältin und ehemalige Richterin am Verwaltungsgericht.
Quelle: Turk & Prum
Politik 08.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Überraschung im Staatsrat

Eigentlich sollte Joëlle Christen als Kandidatin der Grünen am Dienstag in den Staatsrat nachrücken. Doch die Mehrheit der Mitglieder entschied sich für die unabhängige Kandidatur der Rechtsanwältin Martine Lamesch.

(ham/DS) - Eigentlich sollte die Rechtsanwältin Joëlle Christen in den Staatsrat nachrücken, nachdem Sam Tanson von Déi Gréng als Abgeordnete in die Chamber gewechselt war. So hatten es zumindest die Grünen vorgesehen. Laut dem Parteienproporz stehe dieser Posten nämlich den Grünen zu, hielt die Partei noch Ende April in einem Communiqué fest.


Joëlle Christen soll nach dem Willen der Grünen in den Staatsrat nachrücken.
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déi Gréng schlagen für den vakanten Posten im Staatsrat die Rechtsanwältin Joëlle Christen vor. Das gab die Partei am Montagabend in einem Communiqué bekannt.

Am Dienstag kam es bei der entsprechenden Abstimmung zu einer Überraschung: Die Mehrheit der Staatsräte entschied sich für  die Rechtsanwältin Martine Lamesch, die in letzter Minute ihre Kandidatur eingereicht hatte.  Die ehemalige Richterin am Verwaltungsgericht arbeitet seit 2008 für die Kanzlei Turk & Prum. 14 Mitglieder stimmten für Lamesch, fünf hielten an der grünen Kandidatin fest.  

"Ich bin sprachlos und schockiert"

Déi Gréng zeigten sich nach der Wahl  entrüstet. In einer ersten Reaktion sagte Parteipräsident Christian Kmiotek: "Ich bin sprachlos und schockiert".  Joëlle Christen sei eine sehr gute Juristin. Nach Auffassung von Kmiotek verletzt  der Staatsrat mit seiner Wahl das eigene Basisgesetz. Das stehe der hohen Körperschaft nicht gut zu Gesicht. Kmiotek spricht von einer "parteipolitischen Kommandooperation".

Der Staatsrat bestätigte die Nominierung von Martine Lamesch auf seinem Internetportal. Wie es aus Kreisen der Hohen Körperschaft heißt, entsprach die von den Grünen vorgeschlagene Kandidatin nicht dem gewünschten Profil.  In der Ausschreibung vom 18. April hatte der Staatsrat eine  Kandidatin mit "une formation de juriste avec de bonnes connaissances en matière d’environnement et d’aménagement du territoire" gesucht. Auch sollte das künftige Mitglied des Staatsrats  über solide Kenntnisse im Verwaltungsrecht und im europäischen Recht verfügen. Joëlle Christen gilt hingegen als  Spezialistin für Familienrecht.


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