Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Übergang in den Sekundarunterricht: Punktuelle Anpassungen
Politik 2 Min. 20.07.2015 Aus unserem online-Archiv

Übergang in den Sekundarunterricht: Punktuelle Anpassungen

Beim Wechsel der Schüler von der Grundschule in den Sekundarunterricht sollen die Eltern stärker in die Verantwortung genommen werden.

Übergang in den Sekundarunterricht: Punktuelle Anpassungen

Beim Wechsel der Schüler von der Grundschule in den Sekundarunterricht sollen die Eltern stärker in die Verantwortung genommen werden.
.Gerry Huberty
Politik 2 Min. 20.07.2015 Aus unserem online-Archiv

Übergang in den Sekundarunterricht: Punktuelle Anpassungen

Der Übergang von der Grundschule in den Sekundarunterricht soll in einigen Punkten angepasst werden. Bildungsminister Claude Meisch zufolge sollen die Eltern stärker eingebunden werden und die Prozedur soll einfacher werden.

(DS) – Der Übergang von der Grundschule in den Sekundarunterricht soll reformiert werden. Bildungsminister Claude Meisch will bereits im Herbst einen Reformtext vorlegen, auf dessen Basis dann die Gespräche mit den Sozialpartnern stattfinden sollen. Wenn alles glatt geht, will er den entsprechenden Gesetzentwurf im Januar 2016 im Parlament einbringen, damit die Reform zum Schulanfang 2016/2017 greift. 

Mehr Transparenz

Die Reform umfasst vier große Zielsetzungen. Zum einen soll der Übergang von der Grundschule in den Sekundarunterricht transparenter gestaltet werden. Das heißt konkret, dass die Eltern stärker in die Entscheidungsfindung eingebunden werden sollen: „Die Eltern und die Lehrer sollen gleichberechtigte Partner sein“, so Meisch am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz. Am Ende sollen sie gemeinsam darüber entscheiden, ob die Schüler nach dem Abschluss der Grundschule in den klassischen Sekundarunterricht, in den technischen Sekundarunterricht oder aber in den Modularunterricht wechseln werden. Meisch spricht deshalb von einer „geteilten Verantwortung“.

Die Reform soll auch dazu führen, dass es in Zukunft weniger Meinungsverschiedenheiten bei der Orientierung gibt. In diesem Jahr wurde die Entscheidung der Lehrer nämlich von 14 Prozent der Eltern in Frage gestellt. Zwar können die Schüler in dem Fall noch eine zusätzliche Prüfung ablegen, doch in den meisten Fällen sei damit weder den Kindern noch den Eltern wirklich geholfen, gibt der Bildungsminister zu bedenken. 

Orientierung ab dem Zyklus 4.1.

Deshalb soll der Orientierungsprozess demnächst früher beginnen. Bislang läuft die Prozedur im Zyklus 4.2. an, reichlich spät wie Claude Meisch betont. Die Reform sieht nun vor, dass die Gespräche zur Orientierung in Zukunft bereits im Zyklus 4.1 anlaufen sollen. Nach dem Abschluss des Zyklus 4.1. soll den Eltern deshalb eine "erste Prognose" vorgelegt werden, die aber nicht verbindlich ist. Dann bleibe noch ein Jahr Zeit, um, falls erforderlich, Defizite aufzufangen. Außerdem könnten sich die Eltern dann besser über den weiteren schulischen Werdegang ihrer Sprösslinge informieren, so Meisch.

Die Prozedur soll nicht nur transparenter werden, sie soll auch einfacher werden. So sollen in Zukunft weniger Ressourcen auf die Schüler verwendet werden, bei denen sich abzeichnet, dass die Orientierung konfliktfrei verläuft. Stattdessen will man die Kinder, bei denen die Orientierung sich schwieriger gestaltet, besser betreut werden.

Von den 5.119 Schülern, die in diesem Jahr die Grundschule abgeschlossen haben, werden im Herbst 35,3 Prozent in den klassischen Sekundarunterricht wechseln, 47 Prozent drücken im technischen Sekundarunterricht die Schulbank und 17,7 Prozent besuchen eine Klasse im Modularunterricht. Damit haben sich die mittelfristigen Tendenzen der letzten Jahre bestätigt.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ein Feuerwerk an Reformen
Auf der Beliebtheitsskala liegt Claude Meisch ganz unten. Das hat viel mit dem Ressort zu tun. Bildungsminister sind selten beliebt. Meisch gehört aber zweifelsohne zu den umtriebigsten Ministern dieser Regierung.
Orientierung im Fondamental: Eltern sollen das Sagen haben
Kurz bevor das Parlament über die Reform der Orientierungsprozedur im Fondamental abstimmen wird, meldete sich am Donnerstag der SEW zu Wort. Die Gewerkschaft kritisiert die Pläne des Bildungsministers und überrascht mit einer Alternative.
Die Eltern sollen die Verantwortung für die Orientierung ihrer Kinder tragen, sagt der SEW/OGBL.
Editorial: Wiederholungstäter
Als sich die Regierung vor einem Jahr entschied, ein großes Bildungs-, Kinder- und Jugendministerium ins Leben zu rufen und dazu noch das Bildungs- und das Hochschulressort unter einem Hut zu vereinen, wurde dies allseits begrüßt.