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Trauriger Rekord mit 98 Neuinfektionen
Politik 23.08.2017 Aus unserem online-Archiv
HIV-Jahresbericht

Trauriger Rekord mit 98 Neuinfektionen

Die hohe Verfügbarkeit von Kokain und ein leichtsinniger Umgang mit Spritzen sind Grund für eine hohe Infektionsrate bei Drogenkonsumenten.
HIV-Jahresbericht

Trauriger Rekord mit 98 Neuinfektionen

Die hohe Verfügbarkeit von Kokain und ein leichtsinniger Umgang mit Spritzen sind Grund für eine hohe Infektionsrate bei Drogenkonsumenten.
Foto: Gerry Huberty
Politik 23.08.2017 Aus unserem online-Archiv
HIV-Jahresbericht

Trauriger Rekord mit 98 Neuinfektionen

In Luxemburg haben sich 2016 insgesamt 98 Personen mit HIV angesteckt. Die Zahl der Neuinfektionen hat damit einen traurigen Höhepunkt erreicht. Besonders hoch sei die Zahl der Drogenabhängigen, die sich infiziert haben.

(ham) - In Luxemburg leben derzeit rund 1 065 Personen mit dem HIV-Virus. 98 Neuinfektionen kamen letztes Jahr hinzu. 73 Männer und 25 Frauen haben sich 2016 mit dem Virus angesteckt. "Ein negativer Rekord", resümiert Gesundheitsministerin Lydia Mutsch.

Laut Bericht des "Comité de surveillance du Sida" erfolgten die meisten Neuinfektionen durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr (39), gefolgt vom homo- und bisexuellen Geschlechtsverkehr (32). An dritter Stelle folgt die Infektion durch intravenösen Drogenkonsum (21).

"Zahlen, die uns alarmieren", erklärte Ministerin Lydia Mutsch am Mittwoch bei der Veröffentlichung des Berichts. Die Zahl der Neuinfektionen durch Drogenkonsum sei in den letzten drei Jahren wieder exponentiell gestiegen.

Ein Grund dafür sei die hohe Verfügbarkeit von Kokain. Die Droge habe eine weitaus geringere Wirkungsdauer als Heroin, weshalb sie öfter gespritzt werden müsse. Damit steigt denn auch das Risiko von Neuinfektionen. "Vor allem da wir auch feststellen mussten, dass das Thema HIV in der Szene nicht mehr so ernst genommen wird", so Ministerin Mutsch.

Hier will das Gesundheitsministerium künftig wieder verstärkt auf Prävention setzen. Abhilfe soll die bevorstehende Eröffnung einer Fixerstube in Esch/Alzette schaffen, in der Spritzen ausgetauscht werden können. Allerdings bleibt auch die Empfehlung, Kondome zu verwenden, Grundpfeiler der HIV-Prävention und hat nichts an Aktualität verloren.


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