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Timmermans auf Wahlkampftour in Luxemburg
Politik 2 Min. 30.04.2019

Timmermans auf Wahlkampftour in Luxemburg

In Anwesenheit einiger LSAP-Kandidaten für die EU-Wahlen, von LSAP-Präsident Franz Fayot sowie dem luxemburgischen Chefdiplomaten Jean Asselborn stellte Frans Timmermans am Dienstag die Ideen der EU-Sozialdemokraten vor.

Timmermans auf Wahlkampftour in Luxemburg

In Anwesenheit einiger LSAP-Kandidaten für die EU-Wahlen, von LSAP-Präsident Franz Fayot sowie dem luxemburgischen Chefdiplomaten Jean Asselborn stellte Frans Timmermans am Dienstag die Ideen der EU-Sozialdemokraten vor.
Foto: Gerry Huberty
Politik 2 Min. 30.04.2019

Timmermans auf Wahlkampftour in Luxemburg

Patrick BESCH
Patrick BESCH
Frans Timmermans, Spitzenkandidat der EU-Sozialdemokraten, war am Dienstag zu Besuch in Luxemburg. Der Niederländer zeigte sich kämpferisch.

Europaweit befinden sich die Sozialdemokraten zurzeit in Höchstform. Nach den Wahlen in Schweden und Finnland haben auch die spanischen Sozialisten am vergangenen Wochenende einen Wahlsieg einfahren können.

Jetzt wollen die Sozialdemokraten diesen Trend auch beim nächsten Urnengang, den EU-Wahlen, fortsetzen. Am Dienstagabend stattete ihr Spitzenkandidat, der Niederländer Frans Timmermans, dem Großherzogtum deshalb einen Besuch ab.

Sozial, sozialer, Europa

Passend zum Hoch der Sozialdemokraten zeigte sich der Himmel über Luxemburg dem hohen Besuch aus den Niederlanden auch von seiner schönsten Seite. Unter strahlender Sonne und blauem Himmel stellte Frans Timmermans, Erster Vizepräsident und EU-Kommissar für Bessere Rechtssetzung, interinstitutionelle Beziehungen, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechtecharta, seine Vision Europas vor.


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Empfangen wurde Timmermans in Belair vom luxemburgischen Chefdiplomaten. „Bonjour Jean National“, rief der Niederländer Asselborn freundlich. Beide begrüßten sich mit einer freundschaftlichen Umarmung, ehe das Gespräch sofort über das Weltgeschehen überging. Mal unterhielten sich beide auf Französisch, mal auf Deutsch. Timmermans beherrscht sieben Sprachen und war selbst Außenminister seines Landes.

„Eine Persönlichkeit wie dich als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten zu haben, ist eine außergewöhnliche Chance“, so die lobenden Worte Jean Asselborns für Timmermans, den er als engen Freund und Wegbegleiter bezeichnete. Der Außenminister lobte den Niederländer, vor allem für dessen Einsatz gegen die Mitgliedsstaaten, welche „die Rechtsstaatlichkeit mit Füßen treten“ würden.

Für Frans Timmermans muss die EU ihre soziale Dimension wieder stärken und ausbauen. „Ich habe in diesem Wahlkampf eine Reihe von Mitgliedsstaaten besucht. Überall sind die Sorgen der Menschen die Gleichen. Es ist die Aufgabe der Sozialdemokraten, die Menschlichkeit in Europa wieder zu stärken.“

Zu den zentralen Herausforderungen zählt der Niederländer den europaweiten Mindestlohn, bezahlbaren Wohnraum für alle, gesunde Arbeitsbedingungen und faire Löhne sowie die Steuergerechtigkeit. „Es ist kein Zufall, dass ich hier gerade in Luxemburg fordere, dass jeder, und vor allem die großen Unternehmen, ihre Steuern zahlen müssen und so ihren gerechten Anteil an der Gesellschaft verantworten müssen. Es kann nicht sein, dass kleine Unternehmer mehr Steuern zahlen als multinationale Konzerne“, so Timmermans.

Auch in der Lösung der Wohnungsnot sieht er die Europäische Union gefordert. „Hier kann Europa unmittelbar zeigen, dass es gerecht und nachhaltig ist.“

Schicksalswahl

Zum Schluss seiner kurzen Rede gab sich Timmermans kämpferisch: „Es besteht für uns Sozialdemokraten die Chance, genauso wie in Luxemburg, eine progressive Mehrheit im Parlament zu erreichen. Es ist nicht gut für eine Demokratie, wenn immer nur eine Partei, in Europa zum Beispiel die EVP, an der Macht ist.“


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Die anstehenden EU-Wahlen charakterisierte er für die Christdemokraten in Europa als Schicksalswahl, besonders, was ihre Stellung gegenüber den rechten, populistischen und identitären Parteien angeht. „Die Identitären wollen Europa nur zerstören. Die Christdemokraten müssen sich von solchen Strömungen abwenden, wollen sie nicht ihre Glaubhaftigkeit verlieren.“



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