Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Tiers payant: Gut versorgt
Politik 2 Min. 14.03.2018 Aus unserem online-Archiv
Exklusiv für Abonnenten

Tiers payant: Gut versorgt

Tiers payant: Gut versorgt

Foto: Getty Images
Politik 2 Min. 14.03.2018 Aus unserem online-Archiv
Exklusiv für Abonnenten

Tiers payant: Gut versorgt

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Bei der Debatte um die Verallgemeinerung des Drittzahlerprinzips (Tiers payant) auf alle Arztrechnungen ging es um die Grundprinzipien des Gesundheitssystems. Wir erklären, welche das sind und wer welche Entscheidungen trifft.

Luxemburgs gesetzliches Gesundheitssystem schneidet im internationalen Vergleich sehr gut ab. Es belegt Spitzenplätze, weil es den Versicherten einen leichten Zugang zu sehr breiten Leistungen gewährleistet, die zu einem sehr hohen Prozentsatz erstattet werden: Die Eigenbeteiligung der Versicherten an den Leistungen, die von der CNS übernommen werden, liegt im Schnitt bei nur 5,3 Prozent – das ist weltweit Spitze.

Die Grundprinzipien sind:

  • Es gibt keine privaten und nur eine gesetzliche Krankenkasse, die CNS (Caisse National de la Santé), bei der die Arbeitnehmer, Selbständigen und Freiberufler des Privatsektors pflichtversichert sind. 
  • Die Leistungserbringer, wie Krankenhäuser, Ärzte, Labore, Apotheken, Physiotherapeuten oder freiberufliche Krankenpfleger sind über obligatorische Konventionen an die CNS gebunden und dürfen nur die Leistungen berechnen, die in ihrem Leistungskatalog (Nomenklatur) vorgesehen sind. Das garantiert jedem Versicherten dieselbe Medizin.
  • Die Ärzte verfügen dafür über eine gesetzlich garantierte freie Wahl der Behandlung (Therapiefreiheit).
  • Den Versicherten ist dagegen die freie Wahl des Dienstleisters gesetzlich garantiert.
  • Die Regel ist die sogenannte liberale Medizin: Ärzte sind Freiberufler, die auf eigene Rechnung in ihren Praxen arbeiten und außer im CHL (Centre Hospitalier de Luxembourg), das mit angestellten Medizinern arbeitet, auch freiberuflich in den Krankenhäusern tätig sind. Sie haben einen Vertrag, der es ihnen erlaubt, ihre Patienten dort zu versorgen, sie sind aber auch verpflichtet, die Rund-um-die-Uhr-Versorgung der Versicherten zu garantieren. Das enge Patienten-Arzt-Verhältnis ist eines der prägenden Merkmale des Systems (s. Grafik Seite 4). 
Sofort weiterlesen
Geben Sie einfach Ihre E-Mail Adresse ein und lesen Sie den vollständigen Artikel.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Falsch behandelt
Die Ärzteschaft möchte mehr Freiheit im Gesundheitssystem: Werden Patienten für moderne Behandlungsmethoden künftig in die eigene Tasche greifen müssen?
Tiers payant: Die Systemfrage
Die Einführung des allgemeinen Tiers payant wird derzeit stark diskutiert. Sensibel reagieren vor allem die Ärzte, für die es an den Grundprinzipien des Systems rührt.
ag
Tiers payant: Pro und Kontra
Soll das Tiers payant für alle Arztrechnungen eingeführt werden? René Pizzaferri, Präsident der Patiente Vertriedung und Alain Schmit, Präsident der AMMD, sind uneins.
ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Arzt misst am 18.09.2013 in seiner Praxis in Stuttgart Bad Cannstatt (Baden-Württemberg) einer Patientin den Blutdruck. (zu dpa «Kassenärzte stellen Projekt für ärztliche Versorgung auf dem Land vor» vom 12.12.2017) Foto: Bernd Weissbrod/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++