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Teils heiter, teils wolkig
Die Neujahrsansprache von ADR-Präsident Jean Schoos kam beim Publikum gut an.

Teils heiter, teils wolkig

Foto: Guy Jallay
Die Neujahrsansprache von ADR-Präsident Jean Schoos kam beim Publikum gut an.
Politik 7 2 Min. 11.01.2019

Teils heiter, teils wolkig

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die ADR freut sich über den Stimmenzuwachs bei den Wahlen, fühlt sich aber um den fünften Sitz betrogen. Das Wahlsystem war aber nicht der einzige Kritikpunkt in der Neujahrsansprache von Parteipräsident Jean Schoos.

Die ADR blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das Jahr 2018 zurück. Zwar sei die Partei gestärkt aus den Wahlen hervorgegangen, doch die Fraktionsstärke habe man trotz des Zugewinns von einem Sitz nicht erreicht, bedauerte der Vorsitzende Jean Schoos beim traditionellen Neujahrsempfang in Cents. Besonders bitter sei gewesen, dass man den fünften Sitz im Osten um Haaresbreite verpasst habe. Schoos sparte folglich nicht mit Kritik am Wahlsystem, das er als ungerecht bezeichnete: „Das Wahlsystem muss reformiert werden“, forderte er und sagte dem ehemaligen ADR-Abgeordneten Roby Mehlen die Unterstützung der Partei bei seiner juristischen Auseinandersetzung zu.

Zufrieden zeigte sich Jean Schoos hingegen in Bezug auf die Entwicklung seiner Partei. Die ADR habe den Renouveau geschafft, viele junge Mitglieder stünden zur Wachablösung bereit, darunter viele Frauen. Auch der Schulterschluss mit der Initiative Wee 2050 habe sich als richtig erwiesen, einige Anhänger der Bewegung seien mittlerweile sogar Mitglied der ADR.

Der Parteipräsident platzierte aber auch einige Seitenhiebe gegen die CSV, die eine Koalition mit der Reformpartei von Anfang an kategorisch ausgeschlossen hatte: „Die CSV wollte nicht mit uns zusammen Verantwortung übernehmen. Nun sitzen die Christsozialen mit uns zusammen in der Opposition“, so Schoos.

Medienschelte

Der ADR-Vorsitzende übte zudem Kritik an der Berichterstattung der Medien während des Wahlkampfes. „Es hat eine regelrechte Hetzkampagne einiger Medien gegen die ADR gegeben“, befand Schoos und erntete für seine Aussage prompt Beifall.

Doch auch die Regierung bekam ihr Fett weg. Dem Koalitionsabkommen kann die Reformpartei wenig abgewinnen. Konkrete Lösungen zu den wichtigsten Problemen des Landes suche man vergebens, betonte der ADR-Vorsitzende. Als Beispiele nannte er die Wachstumsproblematik und die Wohnungsnot, aber auch den Klimawandel.

Laut Schoos zielen einige Lösungsansätze der Regierung eher darauf ab, Geld in die Staatsschatulle zu spülen. So schwebe der Koalition etwa eine Anhebung der Akzisen vor, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Auch der kostenlose öffentliche Transport sei wirkungslos, solange das Angebot nicht stimme.

Überhaupt nichts anfangen kann die ADR mit der blau-rot-grünen Familienpolitik. Die kostenlose Kinderbetreuung in den Maison relais hält Jean Schoos für ein falsches Signal. Vielmehr müsse jede Familie die freie Wahl haben, wie sie ihre Kinder erziehen will.

Die ADR startet mit Optimismus in die Europawahlen. Seine Partei sei klar pro-europäisch und auch für den Euro, sagte Schoos, der sich mit der Kritik an der EU weitestgehend zurückhielt. Nur so viel: „Die ursprünglichen europäischen Werte wurden auf dem Altar des Föderalismus geopfert. Wir sind für ein Europa der Nationen, in dem sich die Länder auf Augenhöhe begegnen.“


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