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Taina Bofferding: Gleichheit fördern
Politik 2 Min. 17.07.2020

Taina Bofferding: Gleichheit fördern

Das Ministerium für Chancengleichheit hat eine Kampagne  mitsamt Broschüre lanciert, die sich vor allem an Kinder und Jugendliche richtet.

Taina Bofferding: Gleichheit fördern

Das Ministerium für Chancengleichheit hat eine Kampagne mitsamt Broschüre lanciert, die sich vor allem an Kinder und Jugendliche richtet.
Foto: Marc Hoscheid
Politik 2 Min. 17.07.2020

Taina Bofferding: Gleichheit fördern

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Die Innen- und Chancengleichheitsministerin präsentiert den vierten nationalen Aktionsplan zur Gleichheit. Fokus auf Kampf gegen Stereotypen.

Am Freitag hat Taina Bofferding (LSAP), Ministerin für Chancengleichheit und Inneres, den vierten nationalen Aktionsplan zur Gleichheit präsentiert. Auch wenn es in Luxemburg eine juristische Gleichheit der Geschlechter gebe, habe man beim Abbau von Stereotypen noch einiges an Arbeit zu leisten. Der Aktionsplan umfasst sieben Themenschwerpunkte, die sich wiederum in 48 Maßnahmen und 99 konkrete Aktionen aufteilen. 

Eine der Prioritäten ist die Gleichheit in der Erziehung. Man wolle das Problem bei der Wurzel packen und bei den Jüngeren ansetzen. Deswegen hat das Ministerium unter anderem eine Broschüre in deutscher und französischer Sprache veröffentlicht, die das Thema Gleichstellung im Alltag auf kindgerechte Weise behandelt. Durch eine stereotype Erziehung gehe viel Potenzial verloren, weil Kinder und Jugendliche sich nur aufgrund ihres Geschlechts die Ausübung eines bestimmten Berufs nicht zutrauten. 

Gemeinden in der Pflicht

Doch auch in der Berufswelt herrsche immer noch nicht überall Gleichheit, beispielsweise bei der Bezahlung. Deswegen soll auch in den Unternehmen weiter Sensibilisierungsarbeit geleistet werden. Erfreut zeigte sich Bofferding hingegen darüber, dass man die Geschlechterquote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten mit staatlicher Beteiligung erreicht hat. Allerdings könne diese Zahl auch noch ausgebaut werden. 

Bei der Umsetzung des Plans verfolgt man einen transversalen Ansatz, der eine ganze Reihe von Partnern miteinbezieht. „Das Ministerium kann nicht alles alleine machen“, meinte Bofferding. Unter anderem die Gemeinden sieht sie in der Pflicht. Diese könnten kommunale Aktionspläne erstellen und sich untereinander austauschen und voneinander lernen. Sie wolle jedenfalls nicht von oben herab diktieren. 

Observatoire de l'égalité soll noch dieses Jahr starten

Dann war es auch noch die Präzisierung, dass das im Aufbau befindliche Observatoire pour l'égalité in das Ministerium integriert werden soll. Die Institution wird in mehrere Bereiche aufgeteilt, die nacheinander ihren Dienst aufnehmen. Noch in diesem Jahr soll die Abteilung für häusliche Gewalt starten. Hier müssten noch mehr Daten erfasst werden, vor allem mit Blick auf die Entwicklungen während des coronabedingten Confinements. 


Statistisch gesehen rückt die Polizei in Luxemburg 2,4 Mal am Tag wegen häuslicher Gewalt aus.
Häusliche Gewalt: Opferzahlen steigen
Das Phänomen häuslicher Gewalt hat 2019 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Dies geht aus dem Jahresbericht hervor, den Gleichstellungsministerin Taina Bofferding (LSAP) den Parlamentariern am Mittwoch präsentierte.

Es soll außerdem analysiert werden, welchen Einfluss das Confinement  auf die Rollenbilder hatte. Diese Analyse dürfe sich jedoch nicht auf die Frage beschränken, wie sich der Congé pour raisons familiales auf die beiden Geschlechter verteilt, sondern müsse tiefer gehen.  

Da sich die Situation ständig verändere, soll der Aktionsplan alle drei Jahre analysiert und gegebenenfalls angepasst werden. 

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