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Syprolux-Kongress: Weichenstellung
Politik 2 Min. 21.11.2020

Syprolux-Kongress: Weichenstellung

Wenn die Bahn das Rückgrat sein soll, müsse sie auch als solches von der Politik behandelt werden, heißt es von Syprolux-Seite.

Syprolux-Kongress: Weichenstellung

Wenn die Bahn das Rückgrat sein soll, müsse sie auch als solches von der Politik behandelt werden, heißt es von Syprolux-Seite.
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 21.11.2020

Syprolux-Kongress: Weichenstellung

Marc SCHLAMMES
Marc SCHLAMMES
Mit einer Statutenreform will der Syprolux seine Gewerkschaftsarbeit noch stärker in den Vordergrund rücken. An Herausforderunegn mangelt es nicht, wie das Beispiel der schnellen Tram zeigt.

Sie wird an diesem Samstag beim Syprolux-Kongress für Gesprächsstoff sorgen, die schnelle Tramtrasse in den Landessüden. „Wir sind nicht gegen die Tram“, stellt Mylène Bianchy klar. Man wehre sich aber gegen eine unlautere Konkurrenz für die nationale Eisenbahngesellschaft, fügt die Vorsitzende der Eisenbahngewerkschaft unmissverständlich hinzu. 

 Rückgrat oder Achillesferse 

Was sie und ihre Mitstreiter stört, ist, dass Mobilitätsminister François Bausch gewissermaßen vollendete Tatsachen schaffe, wie schon bei der Einführung des kostenlosen öffentlichen Transportes. Der Öffentlichkeit sei das Vorhaben einer Schnellstraßenbahn bereits publikumswirksam vorgestellt worden, die CFL als Hauptakteur des Schienenverkehrs sei jedoch kaum eingebunden, bedauert Bianchy. Bei einer für kommenden Dienstag anberaumten Unterredung mit dem Minister erwartet man sich nähere Informationen, unter anderem auch über den künftigen Betreiber. 


online.fr, Tram, neue leistungsfähige Tramverbindung, Tramschienen, nouveau tracé , rue Emile Reuter Richtung Stäreplaz  Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Die Schnelltram und ihre Folgen
Minister François Bausch stellte am Montag die Auswirkungen des Mobilitätskorridors für Leudelingen, Monnerich, Reckingen, Belval und Beles vor.

Als nicht wirklich kohärent erachtet sie, wenn das Bahnunternehmen von politischer Seite zwar immer als Rückgrat bezeichnet werde, in der Praxis dann aber eher wie die Achillesferse betrachtet werde. Fraglich ist für die Syprolux-Präsidentin auch, ob eine schnelle Tram in puncto Effizienz, Fassungsvermögen und Geschwindigkeit die Alternative auf dieser Strecke sei, die 2028 ab Cloche d’Or in den Raum Foetz und von 2035 an weiter nach Esch/Alzette verkehren soll. „Da gehört ein Zug hin“, liefert sie die Antwort gleich mit. 

Homeoffice sei in einem Betrieb mit derart vielen Berufsprofilen nur eine von vielen Antworten auf die Digitalisierung, so Mylène Bianchy.
Homeoffice sei in einem Betrieb mit derart vielen Berufsprofilen nur eine von vielen Antworten auf die Digitalisierung, so Mylène Bianchy.
Foto: Lex Kleren/LW-Archiv

Antworten liefern war beziehungsweise ist auch mit Blick auf die Corona-Krise notwendig. Gerade bei einem systemrelevanten Unternehmen wie der Bahngesellschaft sei es wichtig, die Belegschaft bestmöglich in die Bewältigung der Krise einzubinden, sie von der Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen zu überzeugen und sich der mentalen Belastung bewusst zu sein, umreißt Mylène Bianchy die Aufgabenstellung. 

Man könne bei den CFL eben nicht wie andere Betriebe oder Branchen vollständig zur Heimarbeit übergehen. Das Gefühl der Mitarbeiter, den Kopf hinhalten zu müssen, werde ernst genommen, so Bianchy, zum einen durch ein umfassendes sanitäres Konzept, das zusammen mit der CFL-Leitung ausgearbeitet worden sei. Und zum anderen durch Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit.

 Ein Kongress, drei Standorte 

Den angemessenen Umgang mit der Pandemie wolle sie auch beim heutigen Kongress unterstreichen, so Bianchy. Ein Kongress, der ebenfalls corona-geprägt ist und sich deshalb an drei Standorten – Petingen, Luxemburg, Lipperscheid – abspielt, damit sich die Delegierten auch ordnungsgemäß an der Statutenreform beteiligen können. 

Die Kompetenzen des einzelnen stärken."

Mylène Bianchy

Unter der Marke Syprolux sollen fortan alle Aktivitäten und Bereiche zusammengefasst und eine schlanke Struktur geschaffen werden, deren Hauptaugenmerk auf dem gewerkschaftlichen Einsatz ruht. Die Transportbeschäftigten und Eisenbahner sollen im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen, betont Mylène Bianchy. 

 Zu dieser Arbeit gehört für sie auch, die Digitalisierung zu begleiten. Das Homeoffice sei in einem Betrieb mit derart facettenreichen Berufsbildern nur eine von vielen Antworten. Dazu gehören auch Zeitsparkonten, Weiterbildung und Umschulung – stets mit dem Ziel, „die Kompetenzen des einzelnen zu stärken.“

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