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Syfel: "Mir ginn eis nët"
Politik 2 Min. 28.02.2018

Syfel: "Mir ginn eis nët"

Der Saal des Kulturzentrums in Heffingen war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Syfel: "Mir ginn eis nët"

Der Saal des Kulturzentrums in Heffingen war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Foto: Dani Schumacher
Politik 2 Min. 28.02.2018

Syfel: "Mir ginn eis nët"

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Kirchenfabriken machen weiter. Sie wollen sich auch nach der Verabschiedung des Gesetzes weiter gegen den ungeliebten Fonds wehren.

Serge Eberhard lässt keinen Zweifel daran, wo die Reise hingehen wird: „Mir gin eis nët“, so der Präsident des Syfel gleich zu Beginn seiner Ansprache vor der Generalversammlung. Obwohl das Gesetz, mit dem die Kirchenfabriken abgeschafft werden, mehrheitlich vom Parlament angenommen wurde, will der Dachverband weiterkämpfen. Dass der Saal in Heffingen am Mittwoch, wie in den Jahren zuvor, bis auf den letzten Platz gefüllt war, wertete der Präsident als Bestätigung.

Der Syfel will nun auch politischen Druck machen, dies in der Hoffnung, dass das ungeliebte Gesetz später doch noch abgeändert oder gar durch einen neuen Text ersetzt wird. Doch da dies nicht von heute auf morgen passieren wird, ziehen die Vertreter der Kirchenfabriken eine Zusammenarbeit mit dem Bistum in Erwägung.

Syfel-Präsident Serge Eberhard will nur mit den Vertretern des Bistums reden, wenn diese bereit sind, grundsätzliche Änderungen an der Satzung des Fonds vorzunehmen.
Syfel-Präsident Serge Eberhard will nur mit den Vertretern des Bistums reden, wenn diese bereit sind, grundsätzliche Änderungen an der Satzung des Fonds vorzunehmen.
Foto: Dani Schumacher

Im Verlauf der Informationsversammlungen des Bistums Anfang Februar hatte Generalvikar Leo Wagener nämlich ein Gesprächsangebot an den Syfel gerichtet. Die Vertreter des Dachverbandes könnten sich vorstellen, mit dem Bistum zu reden, allerdings nur, wenn es bei dem Treffen keine Tabus gebe. Mit kleineren Änderungen am Entwurf des internen Reglements des Fonds will sich der Syfel nicht zufrieden geben: „Wir wollen ein richtiges Gespräch, kein Alibi-Treffen“, so Eberhardt.

Syfel stellt Bedingungen

Der Syfel knüpft seine Gesprächsbereitschaft daher an klare Bedingungen. Die Satzung des Fonds muss grundlegend überarbeitet werden, mit kleineren Korrekturen sei es nicht getan. Alle jene Freiwilligen, die in Zukunft in den kommunalen Kirchenfabriken und in den Vermögensverwaltungsräten der Pfarreien mitarbeiten wollen, müssten klar definierte Kompetenzen bekommen.

Eine weitere Forderung betrifft die Zusammensetzung der verschiedenen Gremien. Es müsse genau festgeschrieben werden, wie die Mitglieder der kommunalen Kirchenfabriken wie auch der Conseil de gestion paroissial (CGP) aufgenommen werden. Vor allem die Mitglieder des Verwaltungsrats des Kirchenfonds müssten gewählt werden. 

Der Syfel zieht weitere juristische Schritte in Erwägung.
Der Syfel zieht weitere juristische Schritte in Erwägung.
Foto: Dani Schumacher

Ganz besonders liegt dem Syfel aber die Vereinfachung der Finanzprozeduren am Herzen. In der vorgesehenen Form sei das Verfahren einfach zu kompliziert, so Präsident Eberhard. Nicht hinnehmbar sei auch, dass einige Entscheidungen des Verwaltungsrats in letzter Instanz noch vom Bistum gutgeheißen werden müssen.

Die Forderungen hat der Syfel bereits in schriftlicher Form in seinem Antwortschreiben an Generalvikar Leo Wagener festgehalten.

Weitere juristische Schritte möglich

Was nun die Klage anbelangt, die der Syfel gegen das Erzbistum und gegen die Regierung angestrengt hat, war bei der Generalversammlung nicht all zu viel Neues in Erfahrung zu bringen. Bei der schriftlichen Prozedur vor dem Zivilgericht hat die Gegenseite noch bis zum 26. März Zeit, ihre Argumente vorzubringen.

Allerdings könnte sich der Dachverband der Kirchenfabriken vorstellen, weitere juristische Schritte in die Wege zu leiten. Wie Me Bauler betonte, könnte man "wegen der Enteignung" unter Umständen eine Schadensersatzklage gegen den Staat in Erwägung ziehen.

Bauler ist seit geraumer Zeit der einzige Rechtsbeistand des Syfel. Von seinem zweiten Berater, Fernand Entringer, hat sich der Syfel mittlerweile getrennt, nachdem dieser einen Artikel im „Luxemburger Wort“ veröffentlicht hatte, der den Interessen des Syfel zuwider läuft.


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