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Stühlerücken auf Krautmaart: Roger Negri legt Abgeordnetenmandat nieder
Politik 2 Min. 18.01.2018 Aus unserem online-Archiv

Stühlerücken auf Krautmaart: Roger Negri legt Abgeordnetenmandat nieder

Negri drückte während 14 Jahren die Bank in der Chamber.

Stühlerücken auf Krautmaart: Roger Negri legt Abgeordnetenmandat nieder

Negri drückte während 14 Jahren die Bank in der Chamber.
Foto: LW-Archiv
Politik 2 Min. 18.01.2018 Aus unserem online-Archiv

Stühlerücken auf Krautmaart: Roger Negri legt Abgeordnetenmandat nieder

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Zwei Tage nachdem Anne Brasseur angekündigt hat, ihr Abgeordnetenmandat niederzulegen, dreht sich das Personalkarussell nun auch bei der LSAP: Simone Asselborn-Bintz ersetzt Roger Negri.

(TJ/ps) - Roger Negri macht ernst: Der LSAP-Abgeordnete hatte nach den Parlamentswahlen 2013 beschlossen, im Oktober nicht mehr zu kandidieren. Er wolle damit seinen Platz für neue Gesichter auf der LSAP-Südliste freimachen.

Wie RTL am Donnerstagmorgen berichtet, will der 64-jährige Abgeordnete sein Mandat bereits  zum 1. April niederlegen. Negri bestätigt die Meldung auf Nachfrage. Er habe die Parteispitze beim Neujahrsempfang der LSAP am 13. Januar über seine Entscheidung informiert - wollte die Öffentlichkeit jedoch eigentlich erst im März in Kenntnis setzen. "Sechs Monate vor den Nationalwahlen ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um meinen Platz für eine junge Politikerin zu räumen und in Rente zu gehen."

An seiner Stelle wird Simone Asselborn-Bintz aus Sassenheim ins Parlament nachrücken. Die 51-jährige Erzieherin nimmt das Mandat gerne an, wie sie dem LW mitteilt.

14 Jahre im Parlament

Negri war 28 Jahre Angestellter bei der CFL, bevor er 2004 in die Chamber gewählt wurde. Zuvor war er bereits gewerkschaftlich engagiert und seit 1999 im Gemeinderat in Mamer. Seine politischen Steckenpferde waren vor allem die Finanz- sowie Transportpolitik.  2006 war er Budget-Berichterstatter und plädierte für eine Finanzoptimierung nach französischem Modell:  "Dépenser moins, dépenser mieux." Sein entsprechender Gesetzesentwurf wurde jedoch bis heute nicht gestimmt.

Zu den wichtigsten Momenten im Parlament zählt er das Euthanasiegesetz von 2009, das Tramprojekt, aber auch die Trennung von Kirche und Staat. Negri saß während 14 Jahren im Parlament. Seinen Posten im Schöffenrat der Gemeinde Mamer will er behalten.

Sozialpolitikern Asselborn-Bintz

Simone Asselborn-Bintz freut sich über die neue Herausforderung: "Ich habe keine Sekunde gezögert", so die 51-Jährige Erzieherin, die sich aber bewusst ist, dass es schwierig sein wird, in der kurzen Zeit noch politische Akzente zu setzen.

Asselborn-Bintz ist 2003 in die Sozialistischen Partei eingetreten und Mitglied im Schöffenrat der Gemeinde Sassenheim. Zu ihren Schwerpunkten zählt sie die Familien- und Sozialpolitik, aber auch die Kultur. Sie stammt aus einer sozialistisch-geprägten Familie - bereits ihre Mutter war LSAP-Politikerin in Esch/Alzette. Sie ist dabei mit Außenminister Jean Asselborn weder verwandt noch verschwägert. "Ich werde das oft gefragt", so Asselborn-Bintz, "aber wenn eine familiäre Bindung bestehen würde, dürfte ich nicht ins Parlament einziehen." 

LSAP-Generalsekretär Yves Cruchten wollte das Stühlerücken im Parlament nicht weiter  kommentieren. "Es ist die persönliche Entscheidung von Roger Negri, die wir alle respektieren", so Cruchten. Negri sei ein guter Kollege mit großen Verdiensten für die LSAP.

Simone Asselborn-Bintz dürfte damit auch einen sicheren Platz auf der LSAP-Südliste haben.
Simone Asselborn-Bintz dürfte damit auch einen sicheren Platz auf der LSAP-Südliste haben.
Foto: LW-Archiv



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