Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Studieren ohne finanzielle Sorgen
Politik 2 Min. 07.11.2019

Studieren ohne finanzielle Sorgen

Im vergangenen Jahr unterstützte der Luxemburger Staat die Studierenden mit

Studieren ohne finanzielle Sorgen

Im vergangenen Jahr unterstützte der Luxemburger Staat die Studierenden mit
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 07.11.2019

Studieren ohne finanzielle Sorgen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Der Luxemburger Staat hat ein großzügiges Studienbeihilfensystem. Immer mehr Grenzgänger greifen auf die Beihilfen zurück. Sie machten im vergangenen Jahr 39 Prozent der Empfänger aus.

Das Luxemburger Studienbeihilfensystem ist eines der großzügigsten in Europa, wenn nicht das großzügigste. Seit auch Grenzgänger ein Anrecht auf die staatlichen Fördergelder haben, ist die Zahl der Empfänger deutlich gestiegen.


16.07.10 aide financiere de l etat , pour etudiants, formulaire,  photo: Marc Wilwert
Studienbeihilfen: Die Reform der Reform
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 10. Juli muss die Regierung das Gesetz für die Studienbeihilfen erneut anpassen.

Laut den jüngsten Zahlen des Hochschulministeriums haben 2018/19 insgesamt 29.499 Studenten vom Luxemburger Staat Geld bekommen, darunter 11.410 nicht ansässige Studierende. 2013/14, als die neue Regelung infolge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs das erste Mal eingeführt wurde, erhielten 8.227 Grenzgänger Geld vom Staat. Sie repräsentierten damals etwa ein Drittel der Empfänger, im vergangenen Jahr machten sie 39 Prozent der Empfänger aus.

Was auch steigt, ist der Betrag pro Person. 2014/15 zahlte der Staat Studierenden im Schnitt 3.567 Euro. Im vergangenen Jahr waren es 4.132 Euro pro Person. Grund sind die Anpassungen, die die Regierung nach Gesprächen mit Studentenorganisationen vorgenommen hat.

Alle Studenten unterliegen der Anti-Kumul-Regelung. Betroffen sind aber in erster Linie Grenzgänger, die oft noch in ihrem Heimatland Beihilfen beziehen. Sie erhalten im Schnitt weniger Geld vom Luxemburger Staat als hier ansässige Empfänger. 2014/15 bekamen Grenzgänger durchschnittlich 1.916 Euro, 2018/19 lag der Betrag bei 2.507 Euro pro Person. In Luxemburg ansässige Studenten bekamen 2014/15 im Schnitt 4.500 Euro, 2018/19 waren es pro Empfänger 5.158 Euro, also 2.651 Euro mehr als Grenzgänger.

Der Staat genehmigt Bankdarlehen, von denen aber oft nur ein Teil abgerufen wird. 2018/19 ist die Summe der Darlehen erstmals über 200 Millionen Euro gestiegen. Im vergangenen Jahr hat der Staat 207 Millionen Euro an Darlehen genehmigt, davon 131,1 Millionen Euro für Gebietsansässige und 73,9 Millionen Euro für Grenzgänger. Das macht im Schnitt 7.358 Euro für die Luxemburger Studenten und 6.477 Euro pro Grenzgänger. Bei den Luxemburger Studenten und den Grenzgängern ist gleichermaßen zu beobachten, dass der Anteil der weiblichen Studienbeihilfenempfänger mit 53 beziehungsweise 54 Prozent überwiegt.

Der Luxemburger Staat wurde bereits mehrfach vom Europäischen Gerichtshof dazu verdonnert, das Beihilfensystem anzupassen. Für Grenzgänger gelten seit diesem Sommer folgende Kriterien: Ein Elternteil muss während mindestens fünf Jahren in Luxemburg gearbeitet haben. Es gilt eine Referenzzeit von zehn Jahren, rückwirkend vom Zeitpunkt des Antrags. Grenzgänger, die während mindestens fünf Jahren eine Schule in Luxemburg besucht oder während fünf Jahren in Luxemburg gelebt haben, haben ebenfalls ein Anrecht auf die staatlichen Hilfen. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Studienbeihilfengesetz erneut angepasst
Das Gesetz zu den Studienbeihilfen wurde bereits mehrfach angepasst, weil immer wieder Grenzgänger dagegen geklagt und vom Europäischen Gerichtshof Recht bekommen hatten. Am Donnerstag stimmte das Parlament erneut über Änderungen ab.
Die Studienbeihilfen werden nun bereits zum dritten Mal infolge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs angepasst.
Erste Hochschul- und Forschungsstrategie für Luxemburg
Das Luxemburger Hochschul- und Forschungswesen entwickelt sich stetig weiter. "Das erkennt man an den steigenden Studentenzahlen, am Budget, an der Anzahl von Diplomen und Veröffentlichungen", so Hochschulminister Claude Meisch am Donnerstag.
2018/19 zahlte der Luxemburger Staat 121,9 Millionen Euro an Studienbeihilfen.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.