Studienbeihilfen: UNEL spricht von verpatzter Reform
(jag) - Die Kürzung der Studienbeihilfen wird von der UNEL (Union nationale des étudiant-e-s du Luxembourg) als verpatzte Reform bezeichnet. Sie habe ihr Ziel nicht erreicht und jetzt müsse auf peinliche Art und Weise nachgebessert werden. Zudem habe sich die Regierung bei den geplanten Ausgaben deutlich verschätzt und diese zu hoch veranschlagt.
So seien lediglich 91 der geplanten 110 Millionen Euro ausgegeben worden. Teile der Beihilfe schließen sich gegenseitig aus, so die UNEL.Viele Studenten könnten es sich trotz staatlicher Unterstützung nicht leisten, im Ausland zu studieren. Die Mobilitätsbeihilfe entfalle dann komplett. Um vor den Haushaltsdebatten das Gesicht zu wahren, werden jetzt 10 Millionen Euro zusätzlich auf den Tisch gelegt, so die UNEL.
Die UNEL, welche im Gegensatz zur ACEL nicht zu den Verhandlungen zugelassen wurde, wirft der Regierung zudem vor, hauptsächlich einheimische Studenten zu unterstützen. Deshalb fokussiere man sich auf die "bourse de mobilité" die zu 93% für Begünstigte aus Luxemburg fällig würde.
Die UNEL fragt, auf Basis welcher Informationen jetzt finanziell nachgelegt werde. Weiter hinterfragt die Studentenvereinigung den sozialen Aspekt der Beihilfen. Viele Studierende aus sozial schwächeren Verhältnissen erhalten keine "bourse de mobilité" und können sich deshalb unterm Strich doch kein Studium leisten, so noch die UNEL. Der Studentenverband spricht in diesem Kontext von Scheinlösungen.