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Studienbeihilfen: Aktionskomitee fordert Moratorium
Die Reform der Studienbeihilfen könnten insbesondere die Studierenden an der Uni Luxemburg belasten.

Studienbeihilfen: Aktionskomitee fordert Moratorium

Foto: Marc Wilwert
Die Reform der Studienbeihilfen könnten insbesondere die Studierenden an der Uni Luxemburg belasten.
Politik 27.06.2014

Studienbeihilfen: Aktionskomitee fordert Moratorium

Die geplante Reform der Studienbeihilfen wird voraussichtlich der Unabhängigkeit der Studierenden schaden; auch steht sie im "diametralen Gegensatz zum vorgegebenen Ziel der sozialen Gerechtigkeit". Zu diesem Schluss kommt das Aktionskomitee 6670 nach der Auswertung einer Meinungsumfrage unter den Studierenden.

(jm) - Noch vor der Sommerpause will das Parlament die Reform der Studienbehilfen verabschieden. Das Aktionskomitee 6670 befürchtet, dass die von der Regierungsmehrheit eingereichten Vorschläge den anvisierten Zielen nicht gerecht werden. Als Beleg führen führt das Komitee eine Untersuchung an, die Aufschluss geben soll über die aktuelle Studien- und Lebenssituation der Studierenden. Insgesamt füllten 2460 Studierende den Fragebogen aus, zurückbehalten wurden lediglich etwas mehr als 1600 Formulare. Bei insgesamt 16000 einheimischen Studierenden, die für die Studie in Frage kamen, gelten die Ergebnisse in den Augen des Aktionskomitees als repräsentativ.

Bei der Meinungsumfrage sollten nicht nur die geplanten Neuerungen, sondern auch die Ausrichtung der Biltgen-Reform unter die Lupe genommen werden. Dabei kommen die Initiatoren zum Schluss, dass beide Vorhaben den anvisierten Zielen nicht gerecht werden. Von der angestrebten Autonomie der Studierenden könne keine Rede sein.

Problematisch sei etwa der Mobilitätszuschlag. Durch die Koppelung des Herkunfts- an den Studienort könnten viele selbstständig Wohnende "indirekt dazu gezwungen werden, bei den Eltern einzuziehen, gibt das Aktionskomitee zu bedenken. Auch trage der Pauschalbetrag von 2000 Euro pro Jahr den unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in den jeweiligen Studienländern nicht wirklich Rechnung.

Nicht einverstanden ist das Aktionskomitee auch mit der "Bourse sociale" und der "Bourse de famille", die nach Dafürhalten der Inititiatoren im "diametralen Gegensatz zur Idee der sozialen Selektivität" stehe. Um diesen Bedenken Rechnung zu tragen, fordert das Aktionskomitee ein einjähriges Moratorium der Reform; außerdem müssten zusätzliche Studien durchgeführt werden, um das tatsächliche Ausmaß der Reform zu sondieren.