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Studie: Die effizientesten Maßnahmen gegen Covid-19
Politik 2 Min. 02.02.2021

Studie: Die effizientesten Maßnahmen gegen Covid-19

Das Verbot von Großveranstaltungen und privaten Treffen bringt neben Schulschließungen und Homeoffice am meisten.

Studie: Die effizientesten Maßnahmen gegen Covid-19

Das Verbot von Großveranstaltungen und privaten Treffen bringt neben Schulschließungen und Homeoffice am meisten.
Foto: Chris Karaba
Politik 2 Min. 02.02.2021

Studie: Die effizientesten Maßnahmen gegen Covid-19

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Die Sozialforscher vom Liser stellen fest: Ausgangssperren haben nur eine geringe Wirkung.

Seit Beginn der Pandemie werden weltweit Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern – nicht-pharmazeutische Maßnahmen, die darauf abzielen, die Personenkontakte zu unterbinden, solange es keine Behandlung oder flächendeckende Impfung gibt: Kontrollen an Flughäfen und internationale Reiseeinschränkungen, Annullierung öffentlicher Events, Einschränkungen privater Versammlungen, Schließung von Schulen und Arbeitsstätten, Einschränkung der internen Mobilität, Schließung des öffentlichen Transports und Ausgangssperren. 


IPO,Chamber Covid Restruktiounen,Claude Wiseler.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
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Quer durch die Länder wurden all diese Maßnahmen zu verschiedenen Momenten der sanitären Situation und mit unterschiedlichem Grad der Intensität ergriffen. Doch welche sind die effizientesten, um mithilfe von Einschränkungen der persönlichen Mobilität die täglichen Infektionen zu reduzieren, denn nicht zuletzt verursachen sie auch unterschiedliche soziale Kosten? 

Daten aus der ersten Welle

Mit dieser Frage befasst sich eine Studie der Universität Luxemburg und des Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (Liser), die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Nature Scientific Reports“ erschien. 

Daten aus der ersten Welle Daten aus 175 Ländern zu den täglichen Infektionen, der Personen-Mobilität sowie dem Timing und der Intensität aller genannter Interventionen während der ersten Welle wurden untersucht. Heraus kam, dass an erster Stelle die Annullierung öffentlicher Veranstaltungen ihre Wirkung zeigte. Es folgen die Einschränkungen von privaten Treffen, die Schließung der Schulen und die Anordnung von Telearbeit

Aufpassen bei gleichzeitigen Maßnahmen

Hauptsächlich liefert die Studie der Sozialforscher aber einen Beitrag dazu, den individuellen Effekt jeder Intervention zu identifizieren, wobei der zeitgleichen Einsetzung anderer Maßnahmen Rechnung getragen wird. So zeigt die Studie, dass die Einschränkung der Mobilität der Personen insbesondere durch die Schließung des öffentlichen Transports am wenigsten Wirkung zeigt

Denn wenn die Menschen nicht mehr arbeiten gehen und sich in die Schule begeben dürfen, keine Konzerte und keine Freunde mehr besuchen können, bleibt nicht mehr viel, auf das eine Mobilitätseinschränkung Auswirkungen zeigen könnte. 

Verhindern, dass viele Leute dicht beieinander stehen

Im Einzelnen zeigt die Studie auf, dass alle Maßnahmen im Schnitt eine Woche Zeit brauchten, um ihre ersten Effekte zu zeigen. Das Verbot öffentlicher Veranstaltungen und die Einschränkungen privater Treffen haben dazu beigetragen, die Verbreitung von Covid-19 zu reduzieren, weil verhindert wurde, dass viele Leute dicht aneinander stehen. Denn dann wird die Regel, zwei Meter Abstand zu halten, am ehesten verletzt. 


10.10. Caritas / Journee des Sans Abris /  Obdachlose Foto:Guy Jallay
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Die Ausgangssperren – in Luxemburg das „Bleiwt doheem“ in der ersten Welle – brauchen länger Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten und ihre Effizienz scheint geringer, obwohl sie die für die Bevölkerung am schwierigsten zu ertragende Maßnahme ist, stellen die Forscher fest. Die internationalen Reisebeschränkungen zeigten nur einen kurzzeitigen Effekt – ein bisschen wie ein Damm, der, sobald sich ein Leck zeigt, ineffizient wird. 

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