Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Das Nachtleben als Virenschleuder
Politik 2 Min. 06.07.2021
Steigende Corona-Infektionszahlen

Das Nachtleben als Virenschleuder

Nachtleben und Pandemiebekämpfung scheinen sich nicht zu vertragen.
Steigende Corona-Infektionszahlen

Das Nachtleben als Virenschleuder

Nachtleben und Pandemiebekämpfung scheinen sich nicht zu vertragen.
Illustration: Shutterstock
Politik 2 Min. 06.07.2021
Steigende Corona-Infektionszahlen

Das Nachtleben als Virenschleuder

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Das wieder einsetzende Nachtleben schält sich als eine der Ursachen für die steigenden Infektionszahlen in Luxemburg heraus.

Steigende Infektionszahlen bereiten den Behörden in Luxemburg aktuell Kopfzerbrechen. Seit vergangenen Dienstag notierte die Santé 642 Neuinfektionen in Luxemburg - so viele wie schon lange nicht mehr in einer Woche. 


17.09.2021, Großbritannien, London: Ein Impfarzt hält einen Behälter mit dem Impfstoff gegen Covid-19 von Pfizer in einem Impfzentrum während der Impfung. Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am fünften Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 72,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 74,4 gelegen, vor einer Woche bei 82,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8901 Corona-Neuinfektionen. Foto: Dinendra Haria/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
71 neue Infektionen und kein weiteres Todesopfer
Am Dienstag werden 71 neue Covid-Fälle bei 1.692 Tests gemeldet. Niemand ist verstorben, 138 Menschen wurden geimpft. Mehr im Ticker.

Steckt dahinter die infektiösere Delta-Variante? Oder hat es mit geändertem Verhalten der Menschen seit den jüngsten Lockerungen und dem Aufheben der nächtlichen Ausgangssperre zu tun? Zahlen des Gesundheitsministeriums lassen erste Rückschlüsse zu. 

307 infizierte Nachtschwärmer

Bis Montag gaben 307 Neuinfizierte im Rahmen des Contact Tracing an, sie seien am 22. Juni oder den darauffolgenden Tagen abends ausgegangen. Dabei waren die meisten der Meinung, sich auch dort angesteckt zu haben – einerseits, weil Bekannte von ihnen ebenfalls positiv getestet wurden, andererseits, weil die sanitären Regeln wie Maskenpflicht und Distanz dort nicht eingehalten wurden. Genauere Angaben konnten sie aber zumeist nicht machen.


Der kranke Premier und die Folgen
Der Regierungschef befindet sich weiterhin in klinischer Behandlung. Welche Konsequenzen hat dies für das politische Geschäft?

245 Personen haben mindestens eines von 29 Lokalen in der Hauptstadt als möglichen Infektionsort angegeben. Drei Betriebe werden ganz besonders oft genannt. Diese Lokale können somit durchwegs als Cluster bezeichnet werden.

Eines davon wird von 63 Infizierten angegeben, 37 von ihnen gaben an, am 22. Juni dort gewesen zu sein, 26 an den darauffolgenden Tagen. Solche Cluster sind dem Ministerium nur aus der Hauptstadt bekannt. Die Zahlen gehen aus der Antwort von Gesundheitsministerin Paulette Lenert auf eine parlamentarische Frage der CSV-Abgeordneten Gilles Roth und Laurent Mosar hervor. 

205 Infektionen am 22. Juni

Alles in allem waren 205 der Infizierten am Vorabend des Nationalfeiertages in Lokalen oder an öffentlichen Plätzen unterwegs. Es handelt sich dabei um junge Menschen zwischen 18 und 40 Jahren. Der Altersdurchschnitt beträgt 26 Jahre.  


Warum die Pandemie nicht einfach abgehakt werden kann
Das Land atmet auf, doch die Spuren bleiben. Umso wichtiger ist es, mit Blick auf die vergangenen Monate auch unbequeme Fragen zu stellen.

Die Ministerin bestätigt damit, dass viele Infektionen auf den 22. Juni und das darauffolgende Wochenende zurückgehen. Auch Premierminister Xavier Bettel wurde am 27. Juni positiv getestet, nachdem er am 22. Juni in einem Nachtlokal in der Hauptstadt unterwegs gewesen war. Wo sich Bettel infiziert habe, sei jedoch nicht eindeutig geklärt, hieß es aus dem Staatsministerium. Der 48-Jährige befindet sich derzeit wegen einer Covid-19-Erkrankung in klinischer Behandlung.

Reaktion

Weil sich zuletzt viele junge Menschen das Virus eingefangen haben, hat die Regierung bereits Maßnahmen ergriffen. So wurden in den erwähnten Lokalen verstärkt Kontrollen durchgeführt und zwölf Angestellte nach einem positiven Test isoliert. Zudem sollen in den kommenden zwei Wochen alle 18-40-Jährigen eine Einladung zum PCR-Test bekommen. 

Lenert kündigte zudem an, dass die Regierung den rezenten Entwicklungen bei den Infektionszahlen bei der Ausarbeitung des nächsten Covid-Gesetzes Rechnung tragen werde. 


Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Xavier Bettel im Krankenhaus
Der Regierungschef befindet sich weiterhin in klinischer Behandlung. Welche Konsequenzen hat dies für das politische Geschäft?
Am Montag befasste sich der parlamentarische Gesundheitsausschuss mit dem Covid-Gesetz. Es beinhaltet die von der CSV geforderte Testpflicht in Pflege- und Behindertenstrukturen.
In Spitälern, Alten-, Pflege- und Behindertenstrukturen gilt ab dem 13. Juni eine Testpflicht für Besucher, Personal und Dienstleister.
Zwischen dem 3. und dem 9. August haben sich 354 Personen mit dem Corona-Virus infiziert. Pro 100.000 Einwohner gab es nur noch 47,44 Neuinfektionen. Doch auch die Zahl der durchgeführten Tests ist rückläufig.
online.fr,  Illustration, Flughafen, Covid 19, Test für die Reisende, Urlaub, Vakanz, Airport, Findel, Ankünfte können auf der Stelle getestet werden  Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort