Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Statec-Studie: Corona befällt die Kohäsion
Politik 2 Min. 15.10.2020

Statec-Studie: Corona befällt die Kohäsion

Frontline workers sind jene Beschäftigten, die mitten in der Corona-Krise wesentliche Aktivitäten gewährleisteten.

Statec-Studie: Corona befällt die Kohäsion

Frontline workers sind jene Beschäftigten, die mitten in der Corona-Krise wesentliche Aktivitäten gewährleisteten.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 15.10.2020

Statec-Studie: Corona befällt die Kohäsion

Marc SCHLAMMES
Marc SCHLAMMES
Eine Statec-Studie zeigt auf, dass die Corona-Krise mit gesellschaftlichen Brüchen einhergeht und die Ungleichheiten fördert. Besonders betroffen sind dabei die Frontline workers.

Wenn es am Montag in der Abgeordnetenkammer zur Debatte der Petition über das Recht auf Telearbeit kommt, dann ist eine Tatsache unbestritten: Mit der Corona-Krise hat sich das Homeoffice in der Arbeitswelt etabliert. 


Leerstand durch Homeoffice: Viele Arbeitsplätze bleiben auch nach der Lockerung der Einschränkungen noch leer.
Homeoffice als Standard: Die Büros bleiben leer
Trotz der schrittweisen Lockerung der Corona-Auflagen in Luxemburg wie in anderen Ländern zögern immer noch viele Unternehmen, ihre Mitarbeiter ins Büro zurückzuholen.

Die jüngsten Statec-Zahlen belegen dessen Bedeutung während des Lockdown. Über die Hälfte aller Arbeitnehmer (52 Prozent) verrichteten ihre berufliche Tätigkeit in jenen Wochen von zu Hause aus – sowohl in der Privatwirtschaft und dort insbesondere im Dienstleistungsbereich (Finanzen und Versicherungen, Kommunikation) als auch im öffentlichen Dienst, wo sich der Homeoffice-Anteil mit 3,7 multiplizierte.

Parallel zur Telearbeit verhalf die Pandemie den Videokonferenzen zum Durchbruch: 82 Prozent der Telearbeiter haben in ihrer beruflichen Tätigkeiten an virtuellen Besprechungen teilgenommen. 

Stellten den Bericht "Travail et cohésion sociale“ vor: Statec-Direktor Serge Allegrezza (r.) und Abteilungsleiter Jérôme Hury.
Stellten den Bericht "Travail et cohésion sociale“ vor: Statec-Direktor Serge Allegrezza (r.) und Abteilungsleiter Jérôme Hury.
Foto: Chris Karaba

Das Schicksal der Frontline workers 

Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich ein wesentlicher Teil der Beschäftigten aufgrund der Art ihrer Arbeit nicht ins Homeoffice zurückziehen konnten. Mit der Folge, dass der soziale Zusammenhalt gelitten habe, so Statec-Direktor Serge Allegrezza, der drei große Brüche diagnostiziert: Neben der Kategorisierung Telearbeit/Nicht-Telearbeit, die Unterscheidung zwischen Nicht-Telearbeitern, die wesentlich für die Bewältigung der Krise waren und den Frontline workers, jene 150.000 Arbeitnehmer, die in den Bereichen Handel, Gesundheit und Pflege sowie der Reinigungsbranche dem Virus an vorderster Front ausgesetzt waren, sowie zwischen Einheimischen und Pendlern. 

Zu den Merkmalen der Frontline workers gehören eine eher niedrige schulische Qualifikation, oftmals befristete Arbeitsverträge, ein geringerer Stundenlohn und dass sie hauptsächlich weiblich sind. 


Wirtschaft, Jugendarbeitslosigkeit in der Corona-Krise, Adem, Arbeitslos, Arbeitsamt, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
Arbeitslosenrate sinkt, doch eine Zahl bereitet Sorgen
Auf dem Arbeitsmarkt in Luxemburg gibt es Anzeichen von Entspannung. Doch die Adem stellte im August einen Trendumschwung bei den Neuanmeldungen fest.

Mussten sie sich in den Wochen des Lockdown ernsthafte Sorgen um ihre Gesundheit machen, so waren die Telearbeiter mit anderen Problemen konfrontiert: Dem Statec zufolge kämpften sie vor allem mit digitalen Herausforderungen, sei es, dass die Qualität der Netzverbindung zu wünschen übrig ließ (32 Prozent) oder dass sie das zu Hause verfügbare Material mit anderen Mitbewohnern teilen mussten (zwölf Prozent) oder dass ihnen die notwendigen Kompetenzen fehlten (sieben Prozent). 

Generell hat die Corona-Krise dem Arbeitsmarkt nicht gutgetan. Im zweiten Trimester 2020 war die Beschäftigungsrate um 0,7 Prozent rückläufig. Zum Vergleich: Zwischen 2015 und 2019 wuchs der Arbeitsmarkt im Trimester-Rhythmus um 0,5 bis 1,1 Prozent.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema