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Statec: Soziale Ungleichheit nimmt zu
Politik 15.10.2019

Statec: Soziale Ungleichheit nimmt zu

Für immer mehr Menschen in Luxemburg wird das Geld am Monatsende knapp.

Statec: Soziale Ungleichheit nimmt zu

Für immer mehr Menschen in Luxemburg wird das Geld am Monatsende knapp.
Foto: Shutterstock
Politik 15.10.2019

Statec: Soziale Ungleichheit nimmt zu

Glenn SCHWALLER
Glenn SCHWALLER
Aus dem neuesten Bericht des Statistikamtes geht hervor, dass die Schere zwischen Arm und Reich auch hierzulande immer weiter auseinander geht.

Die sozialen Ungleichheiten nehmen zu, während das Armutsrisiko stagniert. Dies geht aus dem neuen Statec-Bericht hervor, welcher den Akzent auf die Arbeitswelt und die soziale Kohäsion legt. 

Demnach waren im vergangenen Jahr 18,3 Prozent der Einwohner Luxemburgs dem Armutsrisiko ausgesetzt. Dies entspricht somit einem leichten Rückgang im Vergleich zu 2017, als der Anteil noch 18,7 Prozent betrug. Dennoch musst beachtet werden, dass sich der Anteil in den Vorjahren kontinuierlich erhöht hat. So waren um die Jahrtausendwende nur rund zwölf Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht.

Nicht jeder gleichermaßen betroffen

Zudem geht aus dem Bericht hervor, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen dem Armutsrisiko ausgesetzt sind. So sind beispielsweise Menschen, die die luxemburgische Staatsbürgerschaft besitzen, sowie jene, die über einen höheren Bildungsgrad verfügen, seltener von Armut betroffen. 

Am stärksten bedroht sind hingegen Alleinerziehende sowie Familien mit mehr als zwei Kindern. 


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Arbeit schützt nicht notwendigerweise vor Armut

Auch der Faktor Arbeit spielt eine zentrale Rolle. So bilden Arbeitslose die Bevölkerungsgruppe, die am stärksten von Armut betroffen ist. Dennoch gibt es auch hierzulande das Phänomen des "Working poor", also jenen Menschen, die trotz Erwerbstätigkeit von Armut bedroht sind. 

Im Zeitraum zwischen 2015 und 2018 waren insgesamt 29 Prozent der Menschen hierzulande mindestens einmal von Armut betroffen, die meisten jedoch nur über einen kurzen Zeitraum. 

Ungleichheiten nehmen zu 

Obwohl das Armutsrisiko stagniert, nehmen soziale Ungleichheiten weiter zu. So ging auch im vergangenen Jahr die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander. Aus den Zahlen des Statec geht hervor, dass die wohlhabendsten zehn Prozent der Bevölkerung ein Einkommen zur Verfügung haben, das zehn Mal höher ist als jenes, das den ärmsten zehn Prozent der Menschen hierzulande zur Verfügung steht. 

Auch der Gini-Koeffizient, der den Grad der Ungleichheit der Einkommensverteilung angibt, zeigt im Falle Luxemburgs über die letzten Jahre hinweg einen stetig zunehmenden Wert. 


Lebenshaltungskosten immer teurer 

Auch geht aus dem Bericht hervor, dass die durchschnittlichen Lebenskosten hierzulande immer weiter ansteigen. So kann sich nicht jeder einen dezenten Lebensstandard leisten. 

Hierbei spielen auch Fixkosten eine wichtige Rolle, allen voran Wohnkosten. Sie machen im Durchschnitt 36 Prozent des insgesamt zur Verfügung stehenden Einkommens aus. Bei Menschen, die der untersten Einkommensschicht angehören, liegt dieser Anteil sogar bei 57 Prozent.






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