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Statec: Immobilienpreise steigen unaufhaltsam
Politik 2 Min. 07.10.2019

Statec: Immobilienpreise steigen unaufhaltsam

Die Immobilienpreise sind zwischen 2018 und 2019 stärker gestiegen als in den Jahren zuvor.

Statec: Immobilienpreise steigen unaufhaltsam

Die Immobilienpreise sind zwischen 2018 und 2019 stärker gestiegen als in den Jahren zuvor.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 07.10.2019

Statec: Immobilienpreise steigen unaufhaltsam

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Schlechte Nachrichten für Wohnungssuchende: Die jüngsten Zahlen des Statec zeigen, dass die Immobilienpreise zwischen dem 2. Quartal 2018 und dem 2. Quartal 2019 um 11,4 Prozent gestiegen sind. Eine Wohnung im Wert von 500.000 Euro hatte nach einem Jahr demnach einen Verkaufswert von 557.000 Euro.

Um 11,4 Prozent sind die Verkaufspreise von Immobilien in nur einem Jahr gestiegen. Die Preissteigerung betrifft in vergleichbarem Maße bestehende und neue Wohnungen. Bei bestehenden Häusern lag die Preissteigerung bei 11,8 Prozent, der Verkaufspreis von neuen Wohnungen ist um 11,5 Prozent gestiegen, bestehende Wohnungen haben um 10,7 Prozent zugelegt. Diese Zahlen gehen aus der neuesten Statec-Ausgabe "Le logement en chiffres" hervor. 


Luxemburg gehört laut dem Observatoire de l'habitat zu den EU-Ländern mit der höchsten Immobilienpreissteigerung im vergangenen Jahr.
Explodierende Mietpreise
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Dass die Preise von Jahr zu Jahr steigen, ist nicht neu. Neu ist allerdings die Intensität der Preissteigerung. Die Preise sind in dem Zeitraum 2018-2019 schneller gestiegen als in der Vergangenheit. 2018 sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent gestiegen, in den Jahren zuvor war es eine Steigerung von 5,6 Prozent (2017) beziehungsweise sechs Prozent (2016).

Für bestehende Wohnungen muss ein Käufer im Schnitt 5.742 Euro pro Quadratmeter bezahlen, neue Wohnungen kosten im Schnitt 6.646 Euro pro Quadratmeter. Neue Wohnungen sind demnach im Schnitt 15 bis 20 Prozent teurer als bestehende Wohnungen von vergleichbarer Größe. Ein Einfamilienhaus kostet im Schnitt 742.335 Euro. 


Die Immobilienpreise variieren sehr stark je nach Lage. So kostet ein bestehendes Haus im Kanton Luxemburg quasi doppelt so viel wie ein Haus im Norden des Landes. Ein Haus im Kanton Luxemburg kostet laut dem Statec im Schnitt 1,16 Millionen Euro


Die Regierung möchte den Anteil an Sozialwohnungen am gesamten Immobilienbestand in Luxemburg erhöhen.
Immobilien: Stärkster Preisanstieg seit zehn Jahren
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Mietpreise: Große Unterschiede*

Was die Mieten betrifft, gibt es einen enormen Unterschied zwischen den tatsächlich gezahlten Mieten (bestehende Mietverträge) und den Preisen, die in Mietanzeigen verlangt werden. In den Anzeigen sind die Mieten um 61 Prozent höher als die tatsächlich gezahlten Mieten (Anzeige: 2018 im Schnitt 1.611 Euro, bestehender Mietvertrag: 998 Euro). 

Das ist darauf zurückzuführen, dass die Mieten nicht regelmäßig angepasst werden und oft über Jahre gleich bleiben. Die Umfrage des Statec zu den tatsächlich gezahlten Mieten hat ergeben, dass 60,2 Prozent der Mieter (Appartement) im Laufe der Umfragejahre (2014-2018) keine Mieterhöhung erfahren haben. Bei den Häusern steigt diese Quote sogar auf 67,8 Prozent. Nur 15 Prozent der Mieter, die seit 2017 vom Statec befragt wurden, haben bis Ende 2018 eine Mieterhöhung erfahren. Interessant auch: Die Mieten von Wohnungen werden häufiger angepasst als die von Häusern.

Bei den Häusern ist der Unterschied zwischen bestehenden Mieten und Anzeigen sogar noch größer. 2018 wurden in Anzeigen im Schnitt 2.805 Euro für ein Haus verlangt, tatsächlich lag die vom Statec ermittelte Durchschnittsmiete jedoch bei 1.462 Euro. Das ist ein Unterschied von 92 Prozent. 


* Die Zahlen zu den Mietanzeigen basieren auf veröffentlichten Anzeigen, darunter 12.917 Appartementanzeigen und 1.598 Hausanzeigen. Die tatsächlich gezahlten Mieten hat der Statec mittels einer Umfrage ermittelt (1.601 Appartements und 313 Häuser).  




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