Stadt Luxemburg: Carsharing ab 2015 im Angebot
(ml) - Carsharing erlaubt ein kurzzeitiges minutenweises Anmieten von Fahrzeugen. Das Projekt, das bereits in vielen europäischen Städten funktioniert, soll im Frühjahr 2015 in Luxemburg-Stadt umgesetzt werden. Am Montag gibt der Gemeinderat grünes Licht dafür.
Anders als beim Vel'oh muss der Kunde den Wagen, den er gemietet hat, wieder an die gleiche Stelle zurück bringen, wo er ihn entgegen genommen hat. In einer ersten Phase werden in fünf Stadtvierteln 15 Autos mit niedrigen Emissionswerten im Einsatz sein. Elektroautos werden jedoch bis auf Weiteres nicht im Angebot sein, sagte Mobilitätsschöffin Sam Tanson dem Luxemburger Wort gegenüber.
Carsharing wird am Anfang in fünf Stadtvierteln angeboten: Bahnhof, Zentrum, Limpertsberg, Bonneweg und Belair. Sollte sich das Konzept bewähren, wird das System auf alle anderen Viertel der Stadt Luxemburg ausgeweitet.
Die Stadt Luxemburg ist mit 97 Prozent an der Carsharing SA beteiligt. Weitere Partner sind Cambio, einer der größten Anbieter von Carsharing in Europa, und der ACL. Sie sind mit zwei Prozent beziehungsweise einem Prozent am Kapital der Gesellschaft beteiligt.
Ziel sei es, dass zu einem späteren Zeitpunkt der Staat und andere Gemeinden bei der Carsharing SA hinzustoßen. Die Stadt Luxemburg pumpt 1,5 Millionen Euro in das Projekt. Dem Business-Plan zufolge, sind damit die ersten zehn Jahre finanziell abgedeckt. Die Verantwortlichen hoffen, dass das Projekt bis dahin schwarze Zahlen schreibt.
Genaue Preisstruktur steht noch nicht fest
Die Preise sind noch nicht genau festgelegt. „Wir wollen uns im europäischen Durchschnitt bewegen“, so Tanson.
Der Kunde muss zuerst ein „droit d'entrée“ und ein Abo bezahlen. „Jemand, der rund 180 Kilometer pro Monat mit einem gemieteten Wagen fährt, wird um die 145 Euro bezahlen. Carsharing soll attraktiv sein für Menschen, die pro Jahr weniger als 20 000 Kilometer mit ihrem Privatauto fahren“, so die grüne Mobilitätsschöffin. Man sei darum bemüht, Haushalte dazu zu bewegen, ihren Zweitwagen abzuschaffen.
Die Stadt Luxemburg und ihre Partner wollen in zwei bis drei Jahren das Projekt auswerten und entscheiden, wie es weiter geht.