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Staatsbesuch von Joachim Gauck: "Mentalitätswandel ist möglich"
Politik 15 1 2 Min. 05.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Staatsbesuch von Joachim Gauck: "Mentalitätswandel ist möglich"

Politik 15 1 2 Min. 05.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Staatsbesuch von Joachim Gauck: "Mentalitätswandel ist möglich"

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Premier Bettel lobte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck den Strukturwandel in Luxemburg und die gesellschaftlichen Reformen, die die amtierende Koalition in Aussicht gestellt hat.

(jm) - Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Premier Bettel lobte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck den Strukturwandel, den das Großherzogtum in den vergangenen Jahrzehnten gemeistert hat, sowie die gesellschaftlichen Reformen, die die amtierende Koalition in Aussicht gestellt hat.

Vergangenheit und Zukunft bestimmen den zweiten Tag des Staatsbesuchs von Joachim Gauck und Daniela Schadt in Luxemburg. Angefangen mit einer Veranstaltung des Instituts Pierre Werner, bei der der Geist von Colpach, also das Bemühen des Ehepaars Mayrisch, in der Zwischenkriegszeit zur deutsch-französischen Aussöhnung beizutragen. Bei dieser Gelegenheit warnte der Bundespräsident vor nationalistischen Parteien in Europa. "Es ist eine gefährliche Entwicklung." Natürlich hätten die Nationalstaaten in einem vereinigten Europa ihre Daseinsberechtigung. Angesichts der Globalisierung müsse man sich aber bewusst sein, "dass ein einzelnes Land auf der Weltbühne zu klein ist, um in Sicherheit leben zu können."

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Premier Bettel am Mittag in Vianden beschwor Gauck die Wichtigkeit, gerade jungen Leuten die europäische Idee nahe zubringen. "Europa als Projekt zur Friedenssicherung hat unerwarteterweise wieder eine neue Aktualität gewonnen. Wir sehen, wie nahe uns der Unfrieden wieder gekommen ist."

Der Gast aus Deutschland lobte Luxemburgs Bemühungen zur Integration der Zuwanderer sowie den Strukturwandel, den das Land in den vergangenen Jahrzehnten durchlebt hat. "Wir sehen hier: Der Mentalitätswandel ist möglich." Derzeit liefen im Großherzogtum Überlegungen, die Zuwanderer an der politischen Willensbildung teilnehmen zu lassen, sagte Gauck mit Verweis auf das geplante Verfassungsreferendum. "Ist das Land zerstritten? Nein. Es funktioniert. Das gefällt mir."

In Vianden besichtigten die Staatsgäste das SEO-Pumpspeicherwerk, wo sie gemeinsam mit Großherzog Henri die elfte Pumpturbine in Betrieb nahmen. Viereinhalb Jahre dauerten die Bauarbeiten; zur Unterbringung der neuen Maschine wurde eine eigene Kaverne tief im Berg liegend ausgeschachtet. Diese Maschinenhalle ist insgesamt 49 Meter hoch, 50 Meter lang und 25 Meter breit. Für die neue Turbine brachten die Projektpartnern RWE Power und Enovos Luxemburg eine Investitionssumme von insgesamt 186 Millionen Euro auf. Die elfte Maschine soll eine zusätzliche Nennleistung von 200 Megawatt erreichen.

Konferenz zum Wissenstransfer

Während Daniela Schadt am Nachmittag gemeinsam mit Erbgroßherzogin Stéphanie Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt besichtigte, eröffnete ihr Lebensgefährte in der Handelskammer die 13. deutsch-luxemburgische Wirtschaftskonferenz, die unter dem Motto steht: "Anwendungsorientierte Forschung: Wie kann durch Wissenstransfer die Wirtschaft von morgen gestärkt werden?"

Den Abschluss des zweiten Tages der Staatsvisite bildet ein Empfang, den der Bundespräsident für geladene Gäste im Cercle Cité ausrichtet.

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