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Staatsbesuch aus Deutschland: Voneinander lernen
Politik 23 3 2 Min. 05.11.2014

Staatsbesuch aus Deutschland: Voneinander lernen

Politik 23 3 2 Min. 05.11.2014

Staatsbesuch aus Deutschland: Voneinander lernen

Bei der Gedenkfeier am Monument der nationalen Solidarität erinnerte der deutsche Bundespäsident an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. "Ich mag es nicht, wenn man über Dinge schweigt, die zu besprechen sind", sagte Joachim Gauck später im Rathaus am Knuedler.

(jm) - Bei der Gedenkfeier am Monument der nationalen Solidarität erinnerte der deutsche Bundespäsident an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. "Gleichzeitig empfindet man ein Glück, dass die Zeiten sich geändert haben", sagte Joachim Gauck.

Mit ernster Miene legte Bundespräsident Joachim Gauck am Montagmittag einen Kranz am Monument der nationalen Solidarität nieder. Nach der offiziellen Zeremonie nahm der Gast aus Deutschland sich Zeit zum Gespräch mit Vertretern der patriotischen Vereinigungen sowie einer Gruppe von Schülern aus Deutschland und Luxemburg, die sich dem Gedenken an die Nazizeit verpflichtet haben. "Wenn man sich mit der dunklen Vergangenheit beschäftigt, weiß man erst, wie wichtig die Demokratie für uns ist", so der Bundespräsident. Gegenüber der Presse erklärte Gauck: "An solchen Orten wird man sich bewusst, was der Krieg mit einem uns freundschaftlich gesonnenen Nachbarland gemacht hat; man erschrickt, welches Leid der Krieg den Luxemburgern zugefügt hat. Gleichzeitig empfindet man ein Glück, dass die Zeiten sich geändert haben. Ich bin dankbar für die Hand zur Versöhnung, die uns gereicht wurde. Das war nicht selbstverständlich."

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Freundschaft und Dankbarkeit waren auch die Worte, die die Ansprachen bei der akademischen Sitzung im Rathaus am Knuedler prägten. Bürgermeisterin Lydie Polfer ließ in ihrer Rede die wechselseitige Geschichte Revue passieren, die beide Länder verbindet. Dass dabei die Gräuel des Ersten und Zweiten Weltkriegs nicht verschwiegen wurden, nahm der Gast aus Deutschland mit Genugtuung zur Kenntnis. "Ich mag es nicht, wenn man über Dinge schweigt, die zu besprechen sind. Für mich gehört es dazu, sich so zu geben, wie wir geworden sind."

Einander zuhören, sich mit seinen Eigenarten akzeptieren heißt auch, voneinander lernen. Von Luxemburg könnte Deutschland etwa lernen, wie verschiedene Kulturen relativ gut miteinander auskommen können. "Toleranz ist dem Menschen nicht in die Wiege gelegt. Sie muss erlernt, sie muss errungen werden. Vor allem: Sie kann erlernt, sie kann errungen werden. Ich glaube, Luxemburg ist ein guter Ort um sich das vor Augen zu führen", sagte Gauck im städtischen Rathaus.

Den ersten Tag ihres Besuch beendeten Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt mit einem Galadiner auf Einladung der großherzoglichen Familie im hauptstädtischen Palast. Dabei ging Gauck auf die Freundschaft zu Luxemburg ein:

Großherzog Henri fand lobende Worte für den deutschen Bundespräsidenten:

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