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Staat subventioniert Bau von 3.900 Wohnungen
Politik 2 Min. 02.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Staat subventioniert Bau von 3.900 Wohnungen

Der Staat hat mit den verschiedenen Bauträgern Konventionen für den Bau von 3.900 Wohnungen unterzeichnet. Bis 2024 sollen Konventionen für weitere 3.800 Wohnungen dazu kommen.

Staat subventioniert Bau von 3.900 Wohnungen

Der Staat hat mit den verschiedenen Bauträgern Konventionen für den Bau von 3.900 Wohnungen unterzeichnet. Bis 2024 sollen Konventionen für weitere 3.800 Wohnungen dazu kommen.
Foto: Gerry Huberty
Politik 2 Min. 02.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Staat subventioniert Bau von 3.900 Wohnungen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Der Staat kofinanziert seit Jahrzehnten den Bau von Wohnungen. Doch wer baut wie viel und in welchem Zeitrahmen? Der Wohnungsbauminister hat dazu am Freitag Zahlen vorgestellt.

Der Staat unterstützt verschiedene Arten von Bauträgern bei der Schaffung von Wohnraum, der zu erschwinglichen Preisen verkauft oder vermietet wird. Im Programme de construction d’ensembles de logements subventionnés findet man eine Auflistung der Projekte. Dieses Programm wird regelmäßig, im Prinzip einmal im Jahr beziehungsweise alle zwei Jahre, aktualisiert. 


Lok , Wohnungsmarkt , Wohnungen , Mietwohnungen , Wohnungsbau , Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort
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2019 hatte der Rechnungshof in einem Spezialbericht über den subventionierten Wohnungsbau reichlich Kritik in Bezug auf dieses Programm geübt. Die Vorwürfe: Das Programm sei unübersichtlich. Es beinhalte Projekte, die längst fertiggestellt waren, informiere nicht über den tatsächlichen Stand der Dinge, das heißt, ob die Projekte sich noch in der Planung oder bereits im Bau befinden und wie weit sie fortgeschritten sind. Außerdem würden die Budgets der einzelnen Bauträger nicht separat gelistet und es sei nicht ersichtlich, wie viel die einzelnen Bauträger vom Budget tatsächlich abrufen. 

Kritik vom Rechnungshof

Die Cour des comptes mahnte dazu, Ordnung und Transparenz in die staatliche Wohnungsbaufinanzierung zu bringen. Das wurde jetzt erledigt. Die Regierung schuf im April den Fonds spécial de soutien au développement de logements abordables, der eben diese Übersicht und Transparenz schaffen soll. Am Freitag stellte Wohnungsbauminister Henri Kox (Déi Gréng) die Ergebnisse anhand von Grafiken und Karten vor.

Derzeit werden in 57 Gemeinden 3.682 Wohnungen realisiert, die vom Staat mit 550 Millionen Euro subventioniert werden. Das sind im Schnitt 135.800 Euro pro Einheit. Ein Drittel dieser Wohnungen wird von der SNHBM gebaut, ein Viertel vom Fonds du logement. Die Gemeinden und die privaten Bauträger wie Vereinigungen, Stiftungen oder der Kirchenfonds realisieren jeweils ein Fünftel dieser Wohnungen, wobei die Gemeinden größtenteils mit der SNHBM oder dem Fonds du logement zusammenarbeiten. 60 Prozent der 3.682 subventionierten Wohnungen werden Mietwohnungen sein, 40 Prozent sind Wohnungen, die mit Erbpacht verkauft werden

Weitere Konventionen bis 2024

Die 3.682 Wohnungen stellen zusammen 308 Bauprojekte dar. Für jedes Projekt wurde eine Konvention zwischen dem Bauträger und dem Wohnungsbauministerium unterzeichnet, die die Kofinanzierung sichert. Zwischen 2020 und 2024 sollen noch weitere Konventionen hinzukommen, für Projekte mit 3.800 Wohnungen insgesamt, darunter auch zahlreiche Großprojekte unter anderem in Wiltz („Wunne mat der Wooltz“ und „Haargarten Wiltz) und Düdelingen („NeiSchmelz“). Beide werden vom Fonds du logement entwickelt. Auch das Großprojekt „Elmen“ in der Gemeinde Kehlen, das die SNHBM realisiert, wird demnächst über eine Konvention in die Liste der subventionierten Wohnungsbauprojekte aufgenommen.

Ziel ist es, jedes Jahr mehr als 1.000 erschwingliche Wohnungen zu bauen.


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Eine zweite Mission des Spezialfonds ist der Ankauf von Flächen, innerhalb und außerhalb des Bauperimeters. In den wenigen Monaten seit seiner Schaffung hat der Fonds über ein Comité d'acquisition vier Grundstücke erworben mit einer Gesamtfläche von 10,36 Hektar. Der Kaufpreis liegt bei 17,375 Millionen Euro. Das macht im Schnitt 16.770 Euro pro Ar. Hier sollen insgesamt 300 Wohnungen entstehen.   

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