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SREL-Affäre: Ein Leak, das Fragen aufwirft
Politik 2 Min. 05.07.2017 Aus unserem online-Archiv

SREL-Affäre: Ein Leak, das Fragen aufwirft

Unabhängig davon, was sich tatsächlich auf der CD befindet, stellt sich die Frage, wer das Gesprächsprotokoll an die Presse weitergeleitet hat und mit welchem Ziel.

SREL-Affäre: Ein Leak, das Fragen aufwirft

Unabhängig davon, was sich tatsächlich auf der CD befindet, stellt sich die Frage, wer das Gesprächsprotokoll an die Presse weitergeleitet hat und mit welchem Ziel.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 05.07.2017 Aus unserem online-Archiv

SREL-Affäre: Ein Leak, das Fragen aufwirft

Michel THIEL
Michel THIEL
Neue Enthüllungen zur "SREL-Affäre" bringen kaum neue Erkenntnisse, werfen aber die Frage auf, mit welchem Ziel und in wessen Interesse ein laufendes Ermittlungsverfahren untergraben wird.

(mth) - Am Mittwoch veröffentlichte RTL neue Enthüllungen in der so genannten "SREL-Affäre", die eine Reihe von interessanten Fragen aufwerfen.  Nur zwei Tage nach einer Sitzung der Ratskammer des  Berufungsgerichts zum Verfahren gegen die drei ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Marco Mille, Frank Schneider und André Kemmer veröffentlicht der Sender Auszüge aus einem Gesprächsprotokoll zwischen André Kemmer und dem früheren Informanten, Techniker und Geschäftsmann Loris Mariotto.

In dem Gespräch vom Januar 2007 versucht André Kemmer als damaliger Mitarbeiter des "Service de Renseignement de l'État" (SRE) offenbar, von Mariotto Details über die ominöse CD zu bekommen, die der SRE von diesem zugespielt bekommen hatte und die angeblich ein heimlich aufgenommenes Gespräch zwischen Premier Juncker und Großherzog Henri enthalten soll.

"Frisbee" als Ablenkungsmanöver?

Die SRE-intern als "Frisbee" bezeichnete CD konnte nie entschlüsselt werden, bekannt ist lediglich, dass sie entgegen der Behauptungen Mariottos keinen Audio-Mitschnitt, sondern wahrscheinlich eine umfangreiche Bilddatei enthält, die allerdings verschlüsselte Informationen enthalten könne.

Unabhängig davon, was sich tatsächlich auf der CD befindet, stellt sich die Frage, wer das Gesprächsprotokoll an die Presse weitergeleitet hat und mit welchem Ziel. In dem aktuellen Strafverfahren besteht gegen  Marco Mille, Frank Schneider und André Kemmer der Verdacht, Loris Mariotto illegal am Telefon angehört zu haben. Das vorliegende Protokoll gibt offenbar genau diese Gespräch wieder.

Das Protokoll liefert demnach keine neuen Informationen über die verschlüsselte CD oder das angebliche Gespräch zwischen Jean-Claude Juncker und Großherzog Henri, so dass sich die Frage stellt, ob es sich dabei lediglich um ein Manöver handelt, mit dem Ziel, von dem illegalen Telefonmitschnitt abzulenken.

Als Quelle für das Leak könnten unter anderem die drei ehemaligen SRE-Mitarbeiter oder deren Anwälte in Frage kommen, die Zugriff auf die Ermittlungsakte haben.

Ob und wann es zu einem Prozess kommt, ist noch nicht bekannt. Währenddessen wird sich die Öffentlichkeit jedoch wieder mit einem Gespräch beschäftigen, von dem niemand weiß, ob es je geführt wurde.


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