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Spitalgruppe Robert Schuman: Ende des Fusionsstreits ist in Sicht
Politik 3 Min. 19.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Spitalgruppe Robert Schuman: Ende des Fusionsstreits ist in Sicht

Die Zithaklinik bleibt als Poliklinik mit Schwerpunkt auf Onkologie und innere Medizin bestehen.

Spitalgruppe Robert Schuman: Ende des Fusionsstreits ist in Sicht

Die Zithaklinik bleibt als Poliklinik mit Schwerpunkt auf Onkologie und innere Medizin bestehen.
Foto: Gerry Huberty
Politik 3 Min. 19.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Spitalgruppe Robert Schuman: Ende des Fusionsstreits ist in Sicht

Nach wochenlangen Streitigkeiten gibt es bei der Spitalgruppe Robert Schuman einen Durchbruch zu vermelden.

(CBu/TJ) - Bei den Verhandlungen zur Beilegung des Streits in Sachen Spitalgruppe Robert Schuman ("Hôpitaux Robert Schuman") haben die Beteiligten einen Durchbruch erzielt. Man sei sich in den Kernpunkten einig geworden und verfüge jetzt über einen gemeinsamen Fahrplan für das Vorhaben der Fusion von Zithaklinik und Hôpital Kirchberg, hieß es auf einer Pressekonferenz am Montag seitens des Aufsichtsratsmitglieds des Trägers, Jean-Louis Schiltz.

Der Anwalt, ehemalige CSV-Abgeordnete und Ex-Minister fungierte bei den Verhandlungen als Schlichter und Vermittler. Die zwischen der Stiftung, der Ärzteschaft und Personalvertretungen getroffene Vereinbarung beinhaltet vor allem die Aufteilung der unterschiedlichen Abteilungen zwischen Zithaklinik und Hôpital Kirchberg. Demnach werden an beiden Standorten die Polikliniken bestehen bleiben. Der Bereitschaftsdienst ("service de garde") existiert allerdings ab dem 1. Januar 2016 nur noch in Kirchberg, soll aber von allen Medizinern der Stiftung gewährleistet werden.

Zwei Polikliniken, zwei Pole

Die neue Aufteilung richtet sich nach der Organisation von zwei Polen. Das Hôpital Kirchberg soll demnach als "pôle locomoteur" die zentrale Schnittstelle der Dienste der Stiftung werden. Vom Standort der Zithaklinik am Bahnhof soll demnach unter anderem die Abteilung der Augenheilkunde nach Kirchberg umziehen. Die Zithaklinik erhielt allerdings den Zuschlag für den "pôle onco-viscéral", der neben der Onkologie auch die innere Medizin umfasst. Zudem sollen alle mit Krebserkrankungen einhergehenden chirurgischen Eingriffe weiterhin in der Zithaklinik vorgenommen werden.

Damit erhielten die Vertreter des Conseil médical der Zithaklinik bereits erste Zusicherungen, die auf ihre geäußerten Sorgen der vergangenen Wochen eingehen. "Wir sind sehr froh über diese Vereinbarung", sagt Marco Hirsch, Präsident des Conseil médical der Zithaklinik. Allerdings seien noch nicht alle Punkte geklärt. So haben die Verhandlungspartner etwa den Streitpunkt der Auslagerung der Laboratorien ausgeklammert. Ebenso ist die ganze Frage des Krankentransports zwischen beiden Standorten noch nicht abschließend geklärt.

Weitere Gespräche und Gemeinsamkeiten

Jean-Louis Schiltz betont, dass die Vereinbarung darauf achte, dass man keine "Dubletten" schafft, dass also im Zuge der Fusion sinnvolle Synergien entstehen. Die gesamte Gruppe, der neben der Zithaklinik und dem Hôpital Kirchberg auch die Clinique Bohler und die Clinique Sainte-Marie in Esch angehören, stehe hinter dem Konzept. Auch der Präsident des Conseil médical des Hôpital Kirchberg, Philippe Wilmes, betont, dass sich alle Beteiligten in der Vereinbarung wiederfinden können.

Die Vereinbarung wurde im Zuge der seit Juli vermehrt stattfindenden Rundtischgespräche getroffen; ein Rahmen, den man laut Schiltz in den kommenden Wochen institutionalisieren will. Ein weiterer Hinweis auf die zunehmende Einigkeit der Akteure ist dabei der Wille, in den kommenden Wochen aus den vier Vertretungen der Ärzteschaft einen einzigen Conseil médical der Krankenhausgruppe zu schaffen. "Wir sind eine Einheit", so Hirsch.

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