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Spautz: "Meisch ist nicht gerade weitsichtig"
Politik 20.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Memorandum für kollektiven Religionsunterricht

Spautz: "Meisch ist nicht gerade weitsichtig"

Acht Glaubensgemeinschaften setzen sich für einen gemeinsamen Religionsunterricht ein.
Memorandum für kollektiven Religionsunterricht

Spautz: "Meisch ist nicht gerade weitsichtig"

Acht Glaubensgemeinschaften setzen sich für einen gemeinsamen Religionsunterricht ein.
Foto: Guy Jallay
Politik 20.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Memorandum für kollektiven Religionsunterricht

Spautz: "Meisch ist nicht gerade weitsichtig"

CSV-Präsident Marc Spautz hat kein Verständnis dafür, dass Bildungsminister Claude Meisch nicht bereit ist, mit den Glaubensgemeinschaften über die Einführung eines gemeinsamen Religionsunterrichts zu sprechen.

(ml) - Die katholische Kirche und sieben weitere Glaubensgemeinschaften in Luxemburg setzen sich für einen gemeinsamen Religionsunterricht für Schüler der verschiedenen Konfessionen ein. Am Dienstag unterzeichneten sie ein entsprechendes Memorandum. Unterrichtsminister Claude Meisch (DP) erteilte dem Vorhaben jedoch sofort eine Absage, da es nicht vereinbar mit den Zielen der Regierung sei. Der gemeinsame Religionsunterricht der Glaubensgemeinschaften müsse außerhalb der Schulstunden stattfinden.

CSV-Parteichef Marc Spautz kritisiert in einem offenen Brief den Minister für seine ablehnende Haltung. Die Religionsgemeinschaften hätten mit ihrer Vorgensweise bewiesen, dass sie in der Lage sind, neue Zukunftsmodelle auszuarbeiten, so Spautz: "Diese Initiative mit dem Hinweis auf ein Regierungsprogramm einfach so quasi zu den Akten zu legen, ist unverantwortlich und zeugt nicht gerade von Weitsicht. Ablehnung statt argumentativer Debatte ist hier der gänzlich falsche Ansatz." An Meisch geht der Aufruf, sich wenigstens inhaltlich mit dieser neuen Initiative auseinanderzusetzen.

Religionslehrer unterstützen die Initiative

Die Alerf, die Vereinigung der Lehrer, die in der Grundschule Religion unterrichten, begrüßen am Donnerstag in einem Presseschreiben das Memorandum, das diese Woche von acht Glaubensgemeinschaften unterstützt wurde. Mit der Einführung eines gemeinsamen Religionsunterrichts würde jenen Menschen Rechnung getragen, die sich für den Erhalt des aktuellen Systems ausgesprochen haben. Aufgrund der Vorschläge, wie sie neulich unterbreitet wurden, hätten die Eltern der Kinder auch in Zukunft die Wahl zwischen einem Religions- und einem Werteunterricht.


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