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Sparpläne im Secondaire: Gewerkschaften lehnen Sparpaket ab
Politik 2 Min. 03.06.2015

Sparpläne im Secondaire: Gewerkschaften lehnen Sparpaket ab

Rund 120 Lehrer waren der Einladung der Gewerkschaften zur Informationsversammlung gefolgt.

Sparpläne im Secondaire: Gewerkschaften lehnen Sparpaket ab

Rund 120 Lehrer waren der Einladung der Gewerkschaften zur Informationsversammlung gefolgt.
Steve Eastwood
Politik 2 Min. 03.06.2015

Sparpläne im Secondaire: Gewerkschaften lehnen Sparpaket ab

Am 8. Juni sollen die Sekundarschullehrer daüber abstimmen, ob sie mit dem Sparpaket einverstanden sind, das die Gewerkschaften mit dem Bildungsminister ausgehandelt haben. Die Gewerkschaften selbst sprachen sich am Mittwoch gegen das Sparpaket aus.

(mig) - In der Woche nach dem Referendum stimmen die Sekundarschullehrer über die Sparmaßnahmen ab, die die Intersyndicale mit dem Bildungsminister ausgehandelt hat. Am Mittwochabend fand eine Informationsversammlung für die Lehrer im Forum Geesseknäppchen statt. Rund 120 Lehrer waren der Einladung gefolgt.

Die Gewerkschaften haben sich kurz vor der Versammlung auf ein gemeinsames Nein zum Sparpaket geeinigt. "Die Maßnahmen stellen eine Diskriminierung der Lehrer gegenüber der gesamten Staatsbeamtenschaft dar, weil von uns ein gesonderter Sparbeitrag gefordert wird", erläuterte Féduse-Präsident Camille Weyrich am Mittwoch kurz vor der Informationsversammlung das gewerkschaftliche Nein. Darüber hinaus sind die Gewerkschaften nicht einverstanden mit der Arbeitszeiterhöhung, die durch die Kürzung der Alters-Décharge auf sie zukommt.

Im Großen und Ganzen geht es um drei Maßnahmen, von denen zwei die Handschrift der Gewerkschaften tragen und eine die des Bildungsministeriums.

Wenn sie Nein sagen, müssen sie bereit sein, weitere gewerkschaftliche Aktionen mitzutragen.

Die ersten beiden dürften auf breite Zustimmung stoßen. Dort geht es um Maßnahmen, mit denen die Misserfolgsquote gesenkt werden soll. Die Klassenwiederholungen kosten den Staat jedes Jahr eine Stange Geld, rund 50 Millionen Euro hat Camille Weyrich, Vorsitzender der Féduse, ausgerechnet.

Bei der zweiten Maßnahme handelt es sich um Änderungen bei den Abschlussexamen. Die Gewerkschaften fordern standardisierte Bewertungskriterien, um für mehr Kohärenz und Transparenz bei der Korrektur der Abiturarbeiten zu sorgen und große  Notenunterschiede zu verhindern.

Das wiederum hätte eine weitere kostensparende Konsequenz: die Abschaffung der Dreifachkorrektur. Camille Weyrich ist zuversichtlich, dass die Maßnahmen nicht auf großen Widerstand stoßen werden. 

Streitpunkt Alters-Décharge

Anders die vom Ministerium ins Gespräch gebrachte und ins Abkommen geflossene Streichung der ersten Alters-Décharge. Sie soll nicht mehr in eine Freistellung münden, sondern in eine anders geartete Aufgabe im Rahmen des Schulalltags. Der Lehrer hätte also ab 45 Jahre eine Unterrichtsstunde weniger, würde aber nicht freigestellt.

Dieser Punkt ist besonders heikel, schließlich hatten die Lehrer sich bereits Ende vergangenen Jahres vehement gegen jegliche Arbeitszeiterhöhungen und Gehaltseinbußen gewehrt.

Camille Weyrich zufolge können die Sparziele auch ohne Kürzung bei den altersbedingten Freistellungen erreicht werden. "Die anderen Maßnahmen tragen sich finanziell selbst, sie brauchen nicht durch die Alters-Décharge finanziert zu werden", erklärte der Féduse-Vorsitzende.  

"Nein" könnte "Streik" heißen

Die Gewerkschaften haben die  Lehrer am Mittwochabend im Forum Geesseknäppchen nicht nur über den Verlauf der Verhandlungen und die Details des Sparpakets aufklären, sondern ihnen auch vor Augen halten, was ein Nein bedeuten wird.

Im Falle eines Nein werden die Verhandlungen im Rahmen eines Mediationsverfahrens wieder aufgenommen. Sollten auch diese Verhandlungen scheitern, ist der Weg frei für einen Streik. Dessen sollten die Lehrer sich bewusst sein, meinte Weyrich. "Wenn sie Nein sagen, müssen sie bereit sein, weitere gewerkschaftliche Aktionen mitzutragen."

Die Abstimmung findet in der Woche des 8. Juni statt. Das Ergebnis wird Ende der Woche vorliegen.


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