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Sparmaßnahmen im Secondaire: Verhandlungen gescheitert
Jules Barthel, Camille Weyrich und  Daniel Reding standen den Journalisten nach der gescheiterten Unterredung Rede und Antwort.

Sparmaßnahmen im Secondaire: Verhandlungen gescheitert

Photo: Michèle Gantenbein
Jules Barthel, Camille Weyrich und Daniel Reding standen den Journalisten nach der gescheiterten Unterredung Rede und Antwort.
Politik 2 Min. 18.12.2014

Sparmaßnahmen im Secondaire: Verhandlungen gescheitert

Bei der Unterredung zwischen Bildungsminister Claude Meisch und Vertretern der Sekundarschullehrer kam es nicht zu einem Durchbruch. Nun wird das Schlichtungsverfahren eingeleitet.

(ml/TJ) -  Fast fünf Stunden verhandelte Bildungsminister Claude Meisch (DP) mit den Gewerkschaften der Sekundarschullehrer. Mit am Tisch saßen auch Vertreter der Lehrerkomitees. Beiden Seiten gelang es nicht, sich zu einem Kompromiss durchzuringen.

Die Lehrer beraten sich während einer Pause untereinander - seit 13.00 Uhr sitzt man erneut mit Minister Meisch am Verhandlungstisch.
Die Lehrer beraten sich während einer Pause untereinander - seit 13.00 Uhr sitzt man erneut mit Minister Meisch am Verhandlungstisch.
Foto: Michèle Gantenbein

Ab 9 Uhr hatte man drei Stunden verhandelt, bevor die Gespräche gegen 12 Uhr für Beratungen unterbrochen wurden. Gegen 12.30 Uhr kehrten die Parteien wieder zurück in den Sitzungssaal im Erziehungsministerium. Kurz darauf wurden die Gespräche endgültig abgebrochen.

Die Lehrer sind nicht weiter bereit, über die Sparmaßnahmen zu diskutieren. Damit bleiben sie auch bei ihrem kollektiven Rücktritt aus den Examenskommissionen. Der Minister habe alle Alternativmaßnahmen abgelehnt, sagte Apess-Präsident Daniel Reding im "Wort"-Interview.

Der Vorschlag, die Prüfungen der Abschlussexamen nicht mehr dreimal sondern nur noch zweimal verbessern zu lassen, sei beim Minister auf taube Ohren gestoßen. Diese Maßnahme hätte es ermöglicht, später als bisher mit den Examen zu beginnen. Diese Zeit hätte genutzt werden können, um die Schüler besser auf den Abschluss vorzubereiten. Die Frage der Stunden, die durch die Examenszeit ausfallen, wäre damit auf ein Minimum reduziert worden, so Reding.

Die Sekundarschullehrer halten weiter an ihrem Rücktritt aus den jeweiligen Examenskommissionen fest. Minister Meisch ist der Meinung, dass die Lehrer dazu verpflichtet sind, Examen abzuhalten und zu korrigieren. Er zeigte sich verwundert über die "Kehrtwende", die die Gewerkschaften Apess und Féduse vollzogen hätten. Bei einem Treffen Ende November hätten sie sich mit dem Prinzip des sogenannten "Coefficient réducteur" einverstanden erklärt. Künftig sollen während der Examenszeit nur noch tatsächlich geleistete Arbeitsstunden bezahlt werden. Das stößt bei den Gewerkschaften nun allerdings auf Kritik. Mit einer Erhöhung der "Tâche" soll der Ausfall kompensiert werden.

"Die Gewerkschaften lehnen jede Sparmaßnahme und somit den Beginn eines offenen Dialogs ab", heißt es in einer Pressemitteilung des Bildungsministeriums. Minister Claude Meisch ist demnach nicht bereit, die Rücktrittsgesuche der Lehrer aus den Prüfungskommissionen anzunehmen. "Im Interesse der Schüler sind die Lehrer angehalten, für einen guten Verlauf der Abschlussexamen am Ende des Schuljahres zu sorgen."

Schlichtungsverfahren soll Lösung bringen

Ein Schlichtungsverfahren soll nun von Seiten der Lehrer in die Wege geleitet werden. Die Lehrergewerkschaften sind fest dazu entschlossen, ihre sozialen Errungenschaften zu verteidigen. Am vergangenen Montag war es zu einem Paukenschlag gekommen. 1.500 Sekundarschullehrer aus 28 Lyzeen wollten aus den Examenskommissionen austreten. Der entsprechende Antrag war Minister Meisch von einer Lehrerdelegation überreicht worden.


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