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Sozialkonflikt im Pflegesektor: Gewerkschaften wollen Aufwertung ohne Zeitlimit
Politik 21.04.2017 Aus unserem online-Archiv

Sozialkonflikt im Pflegesektor: Gewerkschaften wollen Aufwertung ohne Zeitlimit

"So nicht. Wir wollen Garantien über die fünf nächsten Jahre hinaus", fordern die Gewerkschaften.

Sozialkonflikt im Pflegesektor: Gewerkschaften wollen Aufwertung ohne Zeitlimit

"So nicht. Wir wollen Garantien über die fünf nächsten Jahre hinaus", fordern die Gewerkschaften.
Foto: Shutterstock
Politik 21.04.2017 Aus unserem online-Archiv

Sozialkonflikt im Pflegesektor: Gewerkschaften wollen Aufwertung ohne Zeitlimit

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Die Schlichtung kommt bislang nicht voran. Die Gewerkschaften beharren auf eine zeitlich unbegrenzte Aufwertung der Karrieren im Plegesektor. Aus Protest sind sie der jüngsten Verhandlungsrunde ferngeblieben.

(BB) - "Wir können kein provisorisches oder begrenztes Abkommen im Pflegesektor akzeptieren. Seit Jahren verlangen die Gewerkschaften eine wahrhaftige Aufwertung der Karrieren für die Mitarbeiter", rechtfertigt der OGBL seine Abwesenheit am Verhandlungstisch. Am 19. April hätten die Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter für eine Unterredung vor dem Schlichtungsamt zusammentreffen sollen. Weil der vorliegende Konsens den Gewerkschaften nicht ausreicht, haben sie sich gar nicht auf eine Diskussion eingelassen.

Ein Vorschlag der Dachverbände von Pflegehäusern und von sozialen Einrichtungen beruht darauf, den Mitarbeitern Lohnverbesserungen in Höhe von insgesamt 188 Millionen Euro zukommen zu lassen. Allerdings ist dieser Betrag für die kommenden fünf Jahren definiert.

„Wir wollen nicht alle fünf Jahre aufs Neue die jetzige Aufwertung verhandeln müssen. Die Verbesserungen stehen den Mitarbeitern zu. Sie sollten als solche im Kollektivvertrag verankert werden“, hatte unlängst OGBL-Zentralsekretärin Nora Back erklärt. Sie fordert, generell das Recht auf verbesserte Laufbahnen anzuerkennen, so wie es auch im öffentlichen Dienst geschah.

Nächster Anlauf am 26. April

Der Kassenführer der Copas, Michel Simonis, hatte hingegen zu bedenken gegeben, dass man sich nicht langfristig verpflichten könne, wenn man nicht wüsste, wie viele Finanzmittel der Staat künftig zugestehen werde.

Beide Seiten erwarten Garantien. Ob eine Annäherung möglich ist, soll sich am 26. April zeigen. Dann sind die Vertreter erneut vor dem Schlichter vorgeladen. Der OGBL hat schon klargestellt, dass man zu einem Streik schreiten könnte, wenn eine Einigung ausbleibt.



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