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Soziale Unterschiede in Luxemburg: Norden schneidet schlecht ab
Die Zahl der RMG-Empfänger ist im Norden des Landes besonders hoch. Spitzenreiter ist die Gemeinde Wiltz mit 8,5 Prozent.

Soziale Unterschiede in Luxemburg: Norden schneidet schlecht ab

Foto: Marc Wilwert
Die Zahl der RMG-Empfänger ist im Norden des Landes besonders hoch. Spitzenreiter ist die Gemeinde Wiltz mit 8,5 Prozent.
Politik 2 Min. 27.07.2017

Soziale Unterschiede in Luxemburg: Norden schneidet schlecht ab

In Luxemburg ist das soziale Gefälle groß. Besonders prekär ist die Lage im Norden des Landes: Acht der 15 schwächsten Gemeinden befinden sich in Ösling. In den Top 15 hingegen liegen zehn Gemeinden aus dem Kanton Luxemburg.

(ham) - In Luxemburg gibt es grobe soziale Unterschiede auf engstem Raum. Dabei spielt die Hauptstadt als Wirtschaftsmotor eine besonders wichtige Rolle: Von den 15 wohlhabendsten Gemeinden des Landes befinden sich deren sechs im Kanton Luxemburg. Das geht aus einer neuen Studie des Statec hervor.

Die betroffenen Gemeinden wolle man auf keinen Fall stigmatisieren, heißt es in der diesbezüglichen Pressemitteilung. Vielmehr ginge es darum, die künftige Sozial- und Wirtschaftspolitik des Landes nach diesem sozio-ökonomischen Index auszurichten. Berücksichtigt wurden dabei fünf wirtschaftliche Faktoren, wie das Durchschnittseinkommen, die Arbeitslosenquote oder die Zahl der Personen, die den RMG beziehen, also das garantierte Mindesteinkommen.

Der Index bewegt sich zwischen 0,12 in Weiler-la-Tour und 0,9 in Wiltz. Damit ist die Zahl der „Sozialfälle“ in der Nordgemeinde am höchsten. Das Durchschnittseinkommen beträgt in Wiltz zum Beispiel 2 749 Euro; in Weiler-la-Tour sind es 4 795 Euro. Die Arbeitslosenquote hingegen beträgt 11,6 Prozent in Wiltz, gegenüber nur 3,7 Prozent in Weiler-la-Tour.

Norden besonders schwach

Ungünstigere Resultate finden sich vor allem in der Nordhälfte des Landes sowie in einigen Süd-West-Gemeinden. Von den 15 Gemeinden mit den schlechtesten Quoten befinden sich deren acht im Norden: Wiltz, Ettelbrück, Vianden, Reisdorf, Kiischpelt, Bettendorf, Ulflingen und Clerf. Im Süd-Westen des Landes sind es immerhin noch fünf: Esch/Alzette, Differdingen, Rümelingen, Petingen und Schifflingen.

Positivere Ergebnisse erzielen hingegen die Gemeinden im Zentrum des Landes, rund um die Hauptstadt, die selbst mit einer Quote von 0,41 und Platz 48 lediglich im Mittelfeld landet. Zehn der 15 „stärksten“ Gemeinden befinden sich im Kanton Luxemburg (Weiler-la-Tour, Niederanven, Contern, Bartringen, Sandweiler und Steinsel) und im Kanton Grevenmacher (Junglinster, Flaxweiler, Betzdorf und Biwer).

Die meisten Menschen mit RMG leben in Wiltz (8,5 Prozent), während in Heffingen nur 0,5 Prozent der Einwohner das Mindestgehalt beziehen. Der nationale Schnitt beträgt 3,6 Prozent. Die niedrigste Arbeitslosenquote hat Bech (2,6 Prozent), am höchsten ist die Arbeitslosigkeit in Esch/Alzette, mit einer Quote von 13,2 Prozent. Generell schneiden die Luxemburger Städte in dieser Hinsicht schlecht ab. Bis auf Bettemburg bilden sie alle mit Quoten über 6,9 Prozent das Schlusslicht dieser Tabelle.

Hohe Gehälter in Niederanven

Hohe regionale Unterschiede gibt es auch beim Durchschnittseinkommen. Hier bildet Reisdorf das Schlusslicht, mit 2 592 Euro. Am meisten jedoch verdienen die Einwohner in Niederanven: Hier liegt das Durchschnittseinkommen bei 4 821 Euro. Ein Blick auf die Karte zeigt laut Statec, dass die Werte im Zentrum und im Norden des Landes generell tiefer sind als im Süden.

Besonders schwach schneiden die Gemeinden im hohen Norden, ein Teil der Nordstad und die Gemeinden im unteren Teil des Ernztals ab. Ähnliches gilt für Wiltz, Vianden, Befort und Echternach sowie etliche Gemeinden entlang der französischen und der deutschen Grenze. Hoch hingegen ist das Durchschnittseinkommen in den Gemeinden rund um die Hauptstadt.


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