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Sozialbericht des Statec: Soziale Ungleichheit nimmt zu
Politik 2 Min. 13.10.2014

Sozialbericht des Statec: Soziale Ungleichheit nimmt zu

Aus dem jüngsten Sozialbericht des Statec geht hervor, dass die soziale Ungleichheit in Luxemburg weiter zunimmt.

Sozialbericht des Statec: Soziale Ungleichheit nimmt zu

Aus dem jüngsten Sozialbericht des Statec geht hervor, dass die soziale Ungleichheit in Luxemburg weiter zunimmt.
Archivfoto: Marc Wilwert
Politik 2 Min. 13.10.2014

Sozialbericht des Statec: Soziale Ungleichheit nimmt zu

Seit dem Jahr 2000 ist die Beschäftigung in Luxemburg um 50 Prozent angestiegen, die Gehälter um 44 Prozent. Knapp 16 Prozent der Bevölkerung sind armutsgefährdet. Zwei Prozent der Luxemburger haben nicht das Nötigste zum Leben. Das geht aus dem jüngsten Sozialbericht des Statec hervor.

(mig) - In Luxemburg wächst die Bevölkerung so dynamisch wie in keinem anderen europäischen Land. In den vergangenen zehn Jahren ist die Bevölkerung um 20 Prozent gewachsen. Die meisten sind Zuwanderer.

Die Beschäftigungsquote steigt weiter an. Seit dem Jahr 2000 ist die Beschäftigung um die Hälfte gestiegen. Der Statec rechnet mit 395.000 Arbeitsplätzen bis Ende 2014. Luxemburg ist eines der wenigen Länder, das auch während der Krise eine positive Beschäftigungsquote aufweisen konnte.

Die Steigerung der Beschäftigung hat mit dem Zuwachs an berufstätigen Frauen zu tun, aber auch mit einer steigenden Quote an erwerbstätigen über 50-Jährigen. Die Beschäftigungsquote der Grenzgänger stagniert seit Beginn der Krise bei 42 Prozent. Obschon die Beschäftigung zunimmt, steigt auch die Arbeitslosigkeit, die in Luxemburg im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern aber verhältnismäßig niedrig ausfällt.

Am dynamischsten haben sich seit Beginn der Krise (2008) der Gesundheits- und Sozialsektor, der Bildungs- und der Horesca-Sektor entwickelt. Im Industriegewerbe ist die Beschäftigung eingeknickt, im Bau- und Transportgewerbe stieg die Beschäftigung nur leicht an.

Massive Gehältersteigerung

Die Gehälter sind in Luxemburg in den letzten 13 Jahren um 44 Prozent gestiegen. Sie machen zwei Drittel des verfügbaren Einkommens der Haushalte aus. Inflationsbereinigt aber sind die Gehälter lediglich um 6,5 Prozent gestiegen.

Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander

Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass auch die Ungleichheiten weiter zunehmen. Ein wichtiger Indikator hierfür ist das Armutsrisiko. Die Quote derer, die von Armut bedroht sind, ist in einem Jahr von 15,1 auf 15,9 Prozent gestiegen (80.000 Personen). Knapp zwei Prozent der Luxemburger Bevölkerung (9.000 Personen) haben nicht das Nötigste zum Leben.

Die Ungleichheit macht sich auch bemerkbar, wenn man sich die Einkommensverteilung anschaut. Zehn Prozent der wohlhabendsten Haushalte haben 25 Prozent des gesamten Einkommens, während zehn Prozent der ärmsten Haushalte nur drei Prozent für sich verbuchen.

Ungleichheit auch bezüglich der Wohnbedingungen. Die Statec-Umfrage ergab, dass so genannte "arme" Haushalte im Vergleich zu wohlhabenden Haushalten weniger Wohnfläche zur Verfügung haben.  Ein Beispiel: Eine vierköpfige "arme" Familie (zwei Erwachsene, zwei Kinder) lebt im Schnitt auf 96 Quadratmeter, einer vergleichbaren "reichen" Familie steht eine Wohnfläche von 162 Quadratmeter zur Verfügung.

Blick auf die Ärmsten der Gesellschaft

16 Prozent der Luxemburger Bevölkerung sind von Armut bedroht. Die Ausländer sind stärker von Armut betroffen (21,4 Prozent) als die Luxemburger (8,9 Prozent). Besonders hart trifft es die Alleinerziehenden mit einem oder mehreren Kindern. Zwei Drittel von ihnen gaben in der Statec-Umfrage an, nur mit Mühe über die Runden zu kommen.


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