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Sozialämter: Positive Zwischenbilanz
Die Dienste der Sozialämter werden von immer mehr Menschen in Anspruch genommen.

Sozialämter: Positive Zwischenbilanz

Foto: Guy Jallay
Die Dienste der Sozialämter werden von immer mehr Menschen in Anspruch genommen.
Politik 20.03.2019

Sozialämter: Positive Zwischenbilanz

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Nach der Präsentation durch Familienministerin Corinne Cahen in der Chamberkommission gibt es Lob über die Parteigrenzen hinweg. Doch auch Anpassungen werden angemahnt.

Einig wie selten zeigen sich die Mitglieder der Familien- und Integrationskommission des Parlaments bei ihrer Bewertung der Zwischenbilanz des reformierten Sozialhilfegesetzes von 2009, spezifisch in Bezug auf die Arbeit der Sozialämter. Die Universität Luxemburg hat im Auftrag des Familienministeriums eine Untersuchung durchgeführt.

Rund acht  Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2011 betonen sowohl Politiker der drei Regierungsparteien als auch Marc Spautz von der CSV, dass man eine positive Zwischenbilanz ziehen könne. So zeigten sich laut Djuna Bernard von Déi Gréng 93 Prozent der Personen, die die Dienste der Sozialämter in Anspruch genommen haben, mit deren Leistung zufrieden.

Insgesamt gibt es 30 regionale Sozialämter, welche die bis dahin existierenden Armenbüros ablösten. Einige wenige werden von einzelnen Gemeinden, der Rest von Zusammenschlüssen mehrerer Kommunen geführt. Diese Zersplitterung bringt mit sich, dass die Kommunikation zwischen den verschiedenen  Ämtern zum Teil zu Wünschen übrig lässt. Hier soll dann auch in Zukunft der Hebel angesetzt werden.

Immer mehr Menschen nehmen Dienste in Anspruch


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Eine der auffälligsten Erkenntnisse der Untersuchung ist die, dass immer mehr Menschen die Dienste der Sozialämter in Anspruch nehmen. Auf mögliche Gründe für diese Entwicklungen angesprochen meinten alle Abgeordnete und Familienministerin Corinne Cahen, dass nach wie vor die hohen Immobilienpreise der Hauptgrund für finanzielle Engpässe bei Privatpersonen sind. Zudem hätten die Sozialämter in den vergangenen Jahren ihr soziales Stigma etwas verloren. Auch der Zuzug sozial schwächerer Personen aus dem Ausland ist laut Max Hahn von der DP ein Grund.

Ebenfalls hervorzuheben ist, dass nur 25 Prozent der betroffenen Personen finanzielle Hilfe in Anspruch nehmen. Die Hauptaufgabe der Sozialämter besteht in der Beratung der Menschen.

Auf Anregung der Abgeordneten werden die für die Untersuchung verantwortlichen Forscher von der Universität ihre Ergebnisse auch noch einmal persönlich in der Kommission präsentieren. Auch wenn es zu Nachbesserungen kommen soll, wird das Gesetz an sich nicht noch einmal verändert.

Die Untersuchung kann auf der Internetseite des Familienministeriums heruntergeladen werden.




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