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"Sonndesfro"-Umfrage: Keine Mehrheit für Blau-Rot-Grün
Wenn es nach den Umfragen geht, sind die Tage von "Gambia" bereits gezählt.

"Sonndesfro"-Umfrage: Keine Mehrheit für Blau-Rot-Grün

Foto: Guy Jallay
Wenn es nach den Umfragen geht, sind die Tage von "Gambia" bereits gezählt.
Politik 2 Min. 09.01.2016

"Sonndesfro"-Umfrage: Keine Mehrheit für Blau-Rot-Grün

Wenn an diesem Sonntag Wahlen wären, hätte die Regierungskoalition keine Mehrheit mehr. Laut der jüngsten „Tageblatt“-Sonndesfro würden vor allem DP und LSAP in ihren Stammbezirken Federn lassen.

(CBu) - Wenn morgen Parlamentswahlen wären, würde Luxemburg ein wahres Erdrutschresultat bevorstehen. Das legen jedenfalls die neuesten Zahlen der vom „Tageblatt“ in Auftrag gegebenen „Sonndesfro“ nahe. Vor allem die DP würde in allen vier Bezirken massiv Stimmen einbüßen, während CSV, ADR und Déi Lénk zulegen könnten. Die ohnehin knappe Mehrheit von Blau-Rot-Grün wäre damit nicht nur in Gefahr, sondern gar komplett außer Reichweite.

Rechnet man alle Bezirke zusammen, so käme Blau-Rot-Grün nur noch auf 24 Sitze im Parlament. Zur Erinnerung: Aktuell verfügt die regierende Koalition über 32 Sitze. Die CSV käme hingegen auf ein historisch bestes Resultat von 27 Sitzen (plus vier Sitze gegenüber den Wahlen von 2013).

DP in den Umfragen im freien Fall

Die zumindest demoskopisch schwindende blau-rot-grüne Mehrheit liegt vor allem am Einbruch der DP, die von 13 (Wahlresultat 2013) auf acht Sitze zurückfällt, also noch schlechter dastehen würde als 2009 mit damals neun Sitzen.

Die Schwäche der Premier-Partei zeigt sich ganz besonders im traditionell stärksten DP-Wahlbezirk. Im Zentrum würden die Liberalen nur noch auf 16,4 Prozent bzw. vier Sitze kommen und damit im Vergleich zum Wahlresultat von 2013 nahezu neun Prozentpunkte bzw. zwei Mandate im Parlament verlieren.

Die Sitzverteilung in der Chamber laut der aktuellen "Sonndesfro".
Die Sitzverteilung in der Chamber laut der aktuellen "Sonndesfro".
Grafik: Sabina Palanca - Quelle: Tageblatt

Auch die LSAP erreicht hier einen Fünfjahrestiefstand in den Umfragen; mit 12,4 Prozent würden die Sozialisten gegenüber den Wahlen von 2013 über zwei Prozentpunkte einbüßen, könnten ihre drei Zentrumssitze in der Chamber aber behalten.

LSAP verliert drei Sitze im Süden

Doch für die LSAP sieht die Sache in ihrem eigentlichen „Stammbezirk“, dem Süden, nicht besser aus. Drei von ihren sieben 2013 errungenen Sitzen müsste die Partei von Vizepremier Etienne Schneider hier einbüßen.

Die DP würde indes auch im Süden förmlich einbrechen; von 12,74 Prozent und drei Sitzen bei den Wahlen 2013 würde sie jetzt auf 7,9 Prozent und zwei Sitze zurückfallen. Und auch im Norden und im Osten würde die Premier-Partei jeweils ein Mandat einbüßen.

Oppositionsparteien im Aufwind

Nur Déi Gréng könnten unter den Koalitionsparteien laut den Umfragen ihre Mandatszahl nationalweit behaupten und sogar in einigen Bezirken prozentmäßig Boden gut machen. Ihr 2013 im Zentrum verlorener siebter Sitz ist zudem weiterhin in Reichweite.

Die Gewinner der Umfragen sind einerseits die CSV (nationalweit plus vier Sitze) und die ADR (plus zwei Sitze) und andererseits Déi Lénk, die einen dritten Sitz in der Chamber holen würden.

Laut den Umfragen gäbe es zudem ein parlamentarisches Comeback der Luxemburger Kommunisten; die KPL könnte mit 4,6 Prozent im Süden einen Sitz ergattern und somit erstmals seit der Jahrtausendwende wieder einen Abgeordneten auf den Krautmarkt schicken.


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