Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Sonndesfro im Bezirk Zentrum: CSV lässt die DP weit hinter sich
Politik 2 Min. 13.12.2017

Sonndesfro im Bezirk Zentrum: CSV lässt die DP weit hinter sich

Bérengère BEFFORT
Neun Abgeordneten der CSV würden die Wähler des Bezirks Zentrum ihr Vertrauen schenken. So gewinnt die CSV lautet Sonndesfro einen Sitz. Die DP müsste Federn lassen und würde auf fünf Abgeordnete zurückfallen.

(BB) - Sechs zu acht, so war der Stand zwischen der DP und der CSV bei den Landeswahlen 2013 im Bezirk Zentrum. Wenn am Sonntag Wahlen wären, würde sich der Abstand zugunsten der CSV vergrößern. In der jüngsten Stimmungsumfrage von TNS-Ilres kommt die CSV auf neun Abgeordnete, die DP fällt auf fünf Vertreter zurück.

Mit 39,7 Prozent der Stimmen könnten sich die Christlich-Sozialen rund um Spitzenkandidat Claude Wiseler behaupten. Das entspricht im Vergleich zu den vorgezogenen Landeswahlen einem Plus von 4,4 Prozent.

Gedämpfte Erwartungen für Schneider und Bettel

4,5 Prozent sind es für die DP - allerdings als Minus. Die Liberalen rund um den scheidenden Premier Xavier Bettel würden von 25 auf 20,5 Prozent zurückfallen. Sie müssten ihren aktuell sechsten Sitz abgeben.

Auch der sozialistische Koalitionspartner büßt im Zentrum Stimmen ein. Die LSAP verliert 2,2 Prozent und kommt somit noch auf 12,5 Prozentpunkte. Ihre aktuell drei Sitze könnte die Partei zwar beibehalten. Doch dieses Ergebnis ist wohl kaum zufriedenstellend. Denn der aktuelle Vize-Premier und Wirtschaftsminister Etienne Schneider hegt für sich selbst und seine Partei ehrgeizige Pläne. Immerhin will Schneider den Posten als Premierminister beanspruchen. 

Weniger offensiv sind bislang Déi Gréng in der breiten Öffentlichkeit aufgetreten. Wenn am Sonntag gewählt würde, könnten sie 0,9 Prozent zulegen. Für einen dritten Sitz reichen die 11,4 Prozentpunkte nicht aus.

Leichte Zugewinne erhalten Déi Lénk (+1,4 Prozent) und die ADR (+0,3 Prozent). Beide Parteien würden so die Präsenz ihres jeweils einzigen Vertreters im Parlament festigen.

Wenig Zeit bis zum Wahlgang

Wenn die DP jedenfalls ihre Position stärken möchte, wird sie bis zu den Landeswahlen am 14. Oktober 2018 viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Nun besteht für die Liberalen ein Hoffnungsschimmer. Im Vergleich zur Sonndesfro vom Frühjahr 2017 haben sie sich um 2,6 Prozent verbessern können. Die CSV hat auf sechs Monate 2,1 Prozent Zuspruch eingebüßt.

Ob die Zeit ausreicht, damit die DP von Premier Xavier Bettel den Abstand zur CSV von Claude Wiseler verringert, ist allerdings fraglich.

Zur Sonntagsfrage:

Der Stimmungsmonitor "Sonndesfro" wurde von TNS Ilres im Auftrag von „Luxemburger Wort“ und RTL durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen Stimmungstrend über ein paar Monate, und nicht um eine Wahlprognose. Zwischen Ende Mai und Ende November 2017 wurden 4.726 wahlberechtigte Einwohner mit luxemburgischer Nationalität über 18 Jahre befragt (Zentrum: 1.393, Süden: 1.807, Norden: 872, Osten: 654). Es gibt keine Gewichtung der Rohdaten.  Absolute und proportionale Korrekturen garantieren das bestmögliche Ergebnis. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,3* und 2,9** Prozentpunkten (und das jeweils bei 5* Prozent und bei 50 Prozent** der Stimmen). Die Angaben zur Methodologie wurden bei der ALIA (alia.lu) hinterlegt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Machtfrage
Der Verzicht auf einen hitzigen Revanche-Wahlkampf könnte die reibungsfreien Debatten während der vergangenen fünf Wahlkampfwochen erklären.
Zwei, die Premierminister werden wollen: Claude Wiseler (CSV) und Etienne Schneider (LSAP) bei der Wahldebatte des Luxemburger Wort.
Die Liberalen auf der Überholspur
Bei den Wahlen von 1999 müssen die Regierungsparteien CSV und LSAP erneut Mandate abgeben. Davon profitiert die DP, aber auch die ADR, die ihr bis dato bestes Ergebnis einfahren kann. Die CSV wechselt ihren Koalitionspartner.