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Sonndesfro: CSV und Grüne sollen sich zusammentun
Laut der Sonndesfro wünschen sich 18 Prozent der Befragten eine Koalition von CSV und den Grünen. Die aktuelle Koalition bringt es nur auf 13 Prozent.

Sonndesfro: CSV und Grüne sollen sich zusammentun

Foto: Guy Jallay
Laut der Sonndesfro wünschen sich 18 Prozent der Befragten eine Koalition von CSV und den Grünen. Die aktuelle Koalition bringt es nur auf 13 Prozent.
Politik 4 Min. 15.06.2018

Sonndesfro: CSV und Grüne sollen sich zusammentun

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Laut Sonndesfro hätte Blau-Rot-Grün keine Mehrheit mehr. Es darf also gerätselt werden, wie sich die nächste Regierung zusammensetzen wird. Der Wähler scheint seine Wahl schon getroffen zu haben: Schwarz-Grün ist auf dem Vormarsch.

Die Regierungskoalition von DP, LSAP und Grünen hätte mit nur noch 26 Sitzen keine Mehrheit mehr. Zu diesem Resultat kommt die  Sonntagsfrage, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Ilres zwischen Ende Dezember 2017 und Ende Mai im Auftrag von „Luxemburger Wort“ und RTL  durchgeführt hat. Laut der Umfrage müssten die Karten im oktober also neu gemischt werden.

18 Prozent der Befragten  würde dies womöglich entgegenkommen, wünschen sie sich doch eine Koalition zwischen CSV und Déi Gréng. Im Dezember waren es erst 16 Prozent.  Vor allem die CSV-Stammwähler favorisieren ein Bündnis mit den Grünen: 42 Prozent wünschen sich, dass ihre Partei eine Koalition mit Déi Gréng eingeht.  Im Dezember waren es erst 35 Prozent. Die grünen Stammwähler sind nicht ganz so begeistert von der Idee, nur 26 Prozent sprechen sich für Schwarz-Grün aus.

Blau-Rot-Grün auf Platz zwei

Eine Fortführung der Dreierkoalition wünschen sich hingegen nur 13 Prozent der Befragten, gegenüber zwölf Prozent im Dezember.   Blau-Rot-Grün Blau-Rot-Grün schafft es demnach nur auf den zweiten Platz. Vor allem die Stammwähler der LSAP sind sehr angetan, immerhin wünschen sich 39 Prozent eine zweite Auflage der Dreierkoalition. Bei der DP sind es 36 Prozent und bei den Grünen 26 Prozent.

Auf Platz drei der Wunschkoalition rangiert das Bündnis zwischen CSV und DP, das sich elf Prozent der Befragten wünschen. 18 Prozent der CSV-Stammwähler und 23 Prozent der DP-Anhänger würden Schwarz-Blau begrüßen. Die Anhänger von CSV und DP sind also nicht ganz so begeistert von einem Zusammenschluss ihrer Parteien wie die Gambia-Stammwähler von der Fortsetzung der Dreierkoalition.

Weniger Zuspruch für eine große Koalition

Eine Große Koalition aus CSV und LSAP ist nicht mehr ganz so beliebt. Nur noch neun Prozent der Befragten wünschen sich laut Sonntagsfrage eine Neuauflage der Vorgängerregierung. Vor sechs Monaten waren es noch elf Prozent. Die Stammwähler der LSAP sprechen sich zu 21 Prozent für Schwarz-Rot aus, bei den Anhängern der CSV sind es 15 Prozent.

Kaum begeistern können sich die Wähler für eine Koalition zwischen LSAP und Grünen, DP und Grünen oder DP und LSAP. Ein Zusammenschluss von CSV und ADR steht mit drei Prozent ganz unten auf der Wunschliste der Befragten. Drei Prozent der Wähler hätten gerne, dass die Christsozialen allein regieren würden. Fast ein Fünftel der Befragten hat keine Meinung oder gibt keine Antwort auf die Frage nach der Wunschkoalition.

Die Erwartungen

Die Wähler wissen allerdings zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu unterscheiden. 33 Prozent der Befragten geben bei der Sonntagsfrage an, dass sie davon ausgehen, dass es zu einer Koalition zwischen der CSV und Déi Gréng kommen wird, immerhin sieben Prozent mehr als bei der Dezember-Umfrage. Dabei sind die Stammwähler der beiden Parteien fast einer Meinung: 46 Prozent der CSV-Anhänger und 47 Prozent der Parteigänger von Déi Gréng rechnen damit, dass es am Ende auf Schwarz-Grün hinauslaufen wird.

Besonders interessant ist das Verhalten der LSAP-Stammwähler. Sie setzen nämlich ihre eigene Partei nicht an erste Stelle: Sie erwarten sich zu 31 Prozent eine Koalition zwischen CSV und den Grünen, ein Regierungsbündnis ihrer eigenen Partei mit der CSV halten hingegen nur 19 Prozent für realistisch.

Wie im Dezember gehen 16 Prozent der Befragten davon aus, dass die CSV eine Koalition mit den Liberalen eingehen wird. Es fällt auf, dass weitaus mehr Stammwähler der DP von dieser Möglichkeit ausgehen als CSV-Anhänger: Bei den Liberalen sind es 32 Prozent, aber nur 18 Prozent der CSV-Stammwähler halten ein schwarz-blaues Bündnis für eine reelle Option.


Francois Reding (links) und Domingos Silva vor der Chamber
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Foto: Ben Majerus
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13 Prozent der Befragten halten laut Sonntagsfrage eine Neuauflage der Großen Koalition für wahrscheinlich. Genau wie bei der Wunschkoalition geht auch die Zahl der Befragten, die davon ausgehen, dass es erneut zu einer CSV-LSAP-Regierung kommen wird, zurück. Im Dezember gaben noch 16 Prozent der Befragten Schwarz-Rot eine Chance. In den Reihen der LSAP halten 19 Prozent eine Groko für wahrscheinlich, bei den Stammwählern der CSV nur 14 Prozent.

CSV dreimal mit von der Partie

Es fällt auf, dass die Befragten bei der Frage, welche Koalition sie sich erwarten, auf den ersten drei Plätzen Bündnisse mit CSV-Beteiligung nennen. Interessant ist aber auch, dass kaum einer der Befragten die ADR als möglichen Koalitionspartner in Erwägung zieht.

Dass es erneut zu einer Koalition zwischen DP, LSAP und Déi Gréng kommen wird, erwarten sich nur sieben Prozent der Befragten, ein Prozent weniger als noch im Dezember. Sogar die eigenen Anhänger sind mittlerweile sehr skeptisch. Die Stammwähler der DP nennen die Dreierkoalition erst an dritter Stelle, nur noch 16 Prozent halten eine Neuauflage für wahrscheinlich. Ähnlich die Einschätzung im LSAP-Lager. Auch die sozialistischen Stammwähler nennen Blau-Rot-Grün nur an dritter Stelle, nur 14 Prozent halten das Dreierbündnis für realistisch. Besonders skeptisch zeigen sich aber die Anhänger von Déi Gréng. Nur noch sieben Prozent ihrer Stammwähler gehen davon aus, dass die drei Regierungsparteien erneut zusammenfinden.

Lediglich die Stammwähler der CSV sind noch skeptischer. Nur drei Prozent der Befragten, die sich zu den Stammwählern der Christsozialen zählen, geben der Dreierkoalition noch eine echte Chance. Nur eine Alleinregierung der CSV halten sie für noch unwahrscheinlicher. Nur zwei Prozent erwarten sich, dass die CSV alleine regieren kann.

  • Die „Sonndesfro“ wurde im Auftrag vom „Luxemburger Wort“ und RTL von TNS Ilres erhoben. Die Umfrage ist über einen Zeitraum von sechs Monaten erfolgt, belegt demnach einen längerfristigen Stimmungstrend als die kurzfristige, ereignisgetriebene Stimmungslage. Zwischen Anfang Dezember 2017 und Ende Mai 2018 wurden 3.521 Wahlberechtigte befragt, 987 im Zentrum, 1.411 im Süden, 647 im Norden und 476 im Osten. Die Auswertung wurde von Dr. Fritz Krauss durchgeführt. Hierbei wurde die Rückerinnerung, die Wahlabsicht, das letzte Wahlresultat und die Matrix (Rückerinnerung und Wahlabsicht) berücksichtigt. Absolute und proportionale Korrekturen der Bruttoresultate garantieren das bestmögliche Ergebnis. Die Angaben zur Methodologie wurden bei der ALIA (alia.lu) hinterlegt.



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