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Sonderbeauftragter untersucht Personalpolitik bei Hofe
Politik 22.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Sonderbeauftragter untersucht Personalpolitik bei Hofe

Am großherzoglichen Hof dreht das Personalkarussell zeitweise sehr schnell.

Sonderbeauftragter untersucht Personalpolitik bei Hofe

Am großherzoglichen Hof dreht das Personalkarussell zeitweise sehr schnell.
Foto: Guy Jallay
Politik 22.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Sonderbeauftragter untersucht Personalpolitik bei Hofe

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Regierung hat einen Sonderbeauftragten eingesetzt, um herauszufinden, weshalb das Personalkarussell am großherzoglichen Hof so schnell dreht. Ein Teil der Mitarbeiter wird mit Steuergeldern bezahlt.

In den vergangenen Jahren sorgte die Personalpolitik am großherzoglichen Hof immer wieder für Schlagzeilen. Nun soll ein von der Regierung eingesetzter Sonderbeauftragter klären, was es mit dem Personalwechsel auf sich hat. Wie das Onlinemagazin "Reporter" am Donnerstag berichtete, hat Premierminister Xavier Bettel (DP) bereits Ende Juni den  früheren Direktor der Inspection Générale des Finances Jeannot Waringo damit beauftragt,  die Personalpraxis der Cour grand-ducale unter die Lupe zu nehmen.

Der langjährige Direktor der Inspection Générale des Finances Jeannot Waringo soll die Personalpoltik der Cour grand-ducale untersuchen.
Der langjährige Direktor der Inspection Générale des Finances Jeannot Waringo soll die Personalpoltik der Cour grand-ducale untersuchen.
Foto: Guy Jallay

Waringo soll "alle Aspekte des Personalmanagements analysieren" und "dem Premier regelmäßig Bericht erstatten und Reformvorschläge unterbreiten", heißt es weiter. Mit der Maßnahme will die Regierung mehr Kontrolle über die Personalpolitik am großherzoglichen Hof bekommen, nicht zuletzt deshalb, weil ein Teil der Mitarbeiter mit Steuergeldern bezahlt wird. Wie "Reporter" weiter berichtet, wurden im vergangen Jahr rund 7,6 Millionen Euro für die Personalkosten aufgewandt, dies bei einem Gesamtetat von 10,7 Millionen Euro, den die „Maison du Grand-Duc“ laut Staatsbudget erhalten hat.


14.03.2016 Luxembourg, Kirchberg, ministère de la justice, Félix Braz, CdP Nationalitéitsgesetz ,réforme du droit de la nationalité photo Anouk Antony
Großherzoglicher Hof : Braz: "Regierung schaltet sich nicht ein"
Justizminister Félix Braz dementierte Presseberichte, denen zufolge die Regierung sich in die Einstellungspolitik des großherzoglichen Hofes einmischen möchte. Des Weiteren stellte er klar, dass diesbezüglich keine Krisensitzung stattgefunden habe.

Seit 2015 sollen mehr als 30 Personen entlassen worden sein, beziehungsweise selbst gekündigt haben. Laut dem Onlineportal hat Großherzogin Maria-Teresa großen Einfluss auf die Personalpolitik.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass sich die Regierung in die Personalpolitik der Maison grand-ducale einmischt. Schon im Juni 2016 hatten Premier Xavier Bettel, Vizepremier Etienne Schneider (LSAP) und Justizminister Felix Braz (Déi Gréng)  bei einer Unterredung mit Großherzog Henri darauf hingewiesen, dass der Staat den Hof mit zehn Millionen Euro Steuermitteln jährlich finanziert. Die Minister hatten deshalb ein größeres Mitspracherecht gefordert. Braz hatte damals allerdings dementiert, dass es zwischen der Regierung und dem Hof zu einer Krisensitzung gekommen war.


Itw  Lucien Weiler - maréchal de la cour - Photo : Pierre Matgé
Hofmarschall Lucien Weiler im Interview: "Kein Personalkarussell"
In den vergangenen Tagen war der großherzogliche Hof in die Schlagzeilen geraten. Dass es beim Personal zu häufigen Wechseln gekommen ist, lässt Hofmarschall Lucien Weiler so nicht gelten.

Auch Hofmarschall Lucien Weiler hatte damals  in einem Interview mit dem "Luxemburger Wort" beschwichtigt und den Vorwurf zurückgewiesen. 




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